Bei der ersten großen Meisterschaft der Saison 2019 waren am vergangenen Wochenende vier Oftersheimer Athleten in die Leichtathletikhalle nach Sindelfingen gefahren, um sich mit den besten Sportlern Baden-Württembergs zu messen.  Der „Glaspalast“, wie diese  Sportstätte häufig genannt wird, bot dabei mit seiner schnellen Bahn perfekte Bedingungen, um Top-Leistungen abzurufen.

Ein großes Ausrufezeichen setzte am Samstag in ihrem ersten Weitsprungwettkampf Malaika Mihambo. Mit starken 6,70 m im dritten Versuch sicherte sie sich neben der Goldmedaille sowohl die Norm für die Deutschen Hallenmeisterschaften als auch für die Halleneuropameisterschaft, welche vom 1. bis 3. März in Glasgow stattfindet. Von der Grube ging es für die 24-Jährige direkt in den Starblock – das 60 m Finale stand an. Hier stellte sie einmal mehr ihre Schnelligkeit unter Beweis und lief in einer neuen persönlichen Bestzeit von 7,45 sek auf Rang zwei.

Luca Wagner komplettierte schließlich bei seinem ersten 400m-Einzelrennen mit einem 3. Platz in der männlichen Jugend U20 den Medaillensatz in tollen 52,76 sek. Der 800m-Spezialist war zuvor in der Meldeliste als Letzter gesetzt und überraschte seine Konkurrenten mit seiner bestechenden Tempohärte. Bei den Männern wagte sich der 20-Jährige Jonas Dudda über dieselbe Distanz an den Start. Mit einer Zeit von 50,57 sek schrammte er zwar knapp an seinem Ziel „unter 50 Sekunden bleiben“ vorbei, holte mit dem 4. Platz jedoch das Optimum in einem starken Teilnehmerfeld heraus. Abgerundet wurde dieses erfolgreiche Wettkampfwochenende schließlich von Clara Wollschläger, die in der weiblichen Jugend U20 ebenfalls über die 400m antrat. Leider fühlte sich die Langsprinterin an diesem Tag „nicht so spritzig“, wie sie sagte, sodass eine erhoffte Zeit von unter 59 Sekunden leider ausblieb. Im Endresultat belegte sie jedoch mit 59,68 sek einen sehr guten 8. Platz und konnte zudem wertvolle Wettkampferfahrung für den Sommer sammeln.

Für die meisten Leichtathleten des TSV Oftersheim geht es nun in die Vorbereitungsphase für die Sommersaison, Malaika Mihambo jedoch beginnt erst jetzt ihre Weitsprung-Hallenserie. Auf dem Terminplan stehen dabei drei Veranstaltungen: Istaf-Indoor-Meeting, Deutsche Hallenmeisterschaften und die Hallen-EM. Wir drücken die Daumen für eine erfolgreiche Teilnahme an allen Wettkämpfen sowie eine verletzungsfreie Vorbereitungszeit.

Maike Braun

 

Vier Monate harte Vorbereitung mit Tempoläufen und Krafttraining liegen nun bereits hinter den Athleten der LG Kurpfalz – ein guter Zeitpunkt also, um zu Beginn der Hallensaison 2019 einen ersten Formcheck zu absolvieren. Hierfür traten sie am vergangenen Sonntag beim alljährlichen Hallensportfest in Mannheim an.

Den Anfang machte an diesem Tag die amtierende Europameisterin Malaika Mihambo. Als Vorbereitung für ihre Paradedisziplin, den Weitsprung, ging die 24-Jährige über die 60m an den Start und lief sich ohne große Mühen ins Finale. Hier lag sie nach einem etwas zögerlichen Start zwar zu Beginn etwas hinter ihrer Konkurrentin auf der Nebenbahn zurück, konnte jedoch nach 30m an dieser vorbeiziehen und gewann im Ziel deutlich mit einer starken Zeit von 7,45 sek. In der männlichen Jugend U18 lief Niklas Paul über die gleiche Distanz auf die Hundertstell genau dieselbe Zeit wie Malaika und belegte mit dieser Leistung im A-Finale den 5. Platz. Der gleichaltrige Mehrkämpfer Kim-Lukas Koloska testete in gleich zwei Disziplinen seine Form, wobei vor allem sein 4. Platz über die 60m Hürden (9,01sek) als toller Saisoneinstieg verbucht werden kann. Über die 200m wurde in 25,24sek Zwölfter.

In der weiblichen Jugend bewiesen die beiden Langsprinterinnen Clara Wollschläger und Louisa Ludwig, dass über die 400m immer mit der LG Kurpfalz zu rechnen ist. So stand Clara in der U20 mit einer Zeit von 59,23sek souverän auf Rang eins der Gesamtwertung und auch Louisa durfte sich in der Altersklasse U18 bei ihrem 400m-Debüt über den 2. Platz in starken 62,32sek freuen. Einzig Julia Gruber trat an diesem Tag nicht in einer Lauf- sondern in einer Sprungdisziplin an und belegte mit 4,64m den 7. Platz im Weitsprung der U20.

Maike Braun

Den EM-Titel in der Tasche blieb Malaika Mihambo kaum Zeit, den ersten Erfolg einer deutschen Weitspringerin seit 18 Jahren zu realisieren.

Nachdem sie nur wenige Tage nach der EM in Berlin starke 6,96 Meter beim Diamond League Meeting in Birmingham folgen ließ, ging es am 31.8. nach Brüssel zum Diamond League Finale. Mit für sie mäßigen 6,61 Metern musste sich die Athletin des TSV Oftersheim mit Platz 4 zufrieden geben. Gerade einen Tag später erfüllte sie den Wunsch der Verantwortlichen von "Berlin fliegt" nach einem Start der Europameisterin und trug hier mit zwei Siegen maßgeblich zum Erfolg des "Team Deutschland" beim Länderkampf bei. Und auch dem traditionsreichen Meeting ISTAF stattete die 24-jährige auf Wunsch des Meetingdirektors noch einen kurzen Besuch ab. Nach drei Sprüngen und einer Weite von 6,63 Metern war allerdings Heimtrainer Ralf Weber der Meinung, dass es der Belastung in drei Tagen genug war und empfahl eine Beendigung des Wettkampfes. Damit war auch Malaika einverstanden, zumal sie ihren Start bei dem eine Woche stattfindenden Start beim Continental Cup nicht gefährden wollte. Bei diesem Wettkampf in Ostrava - diesmal nicht im National- sondern Europatrikot - zeigte Malaika noch einmal ihre ganze Klasse. Mit 6,86 Metern erreichte sie die zweitbeste Weite und verabschiedete sich damit aus einer Bilderbuchsaison. Am Ende erreichte sie in den fünf besten Wettkämpfen im Jahre 2018 Weiten von 6,99m, 6,96m, 6,90m, 6,85m und 6,80m, was letztlich Platz 1 in der Weltrangliste bedeutet. Von dort grüßte zuletzt - vor 18 Jahren - Heike Drechsler, die letzte deutsche Europameisterin vor Malaika Mihambo.

Die wöchentlich aktualisierte Weltrangliste findet man unter folgendem Link: https://worldrankings-staging.aws.iaaf.org/world-rankings/long-jump/women?regionType=world&page=1 . Hier sind auch die Regeln des Rankingverfahrens beschrieben. Wenn es nach der IAAF geht, läuft auch die Qualifikation zur nächsten WM in Doha 2019 bereits auf Basis der Weltranglistenplatzierung.

Es ist wahrlich eine Herausforderung, nach den erholsamen Sommerferien innerhalb von drei Wochen wieder ein Niveau sportlicher Höchstleistung zu erlangen. Doch wer bei den Badischen Schüler-Mannschaftsmeisterschaften auf dem Podium stehen möchte, muss zum Saisonende hin noch einmal alles geben, um dem eigenen Team so viele Punkte wie möglich einzuspielen. Diesen Ansporn hatten sechs Mannschaften der LG Kurpfalz am vergangenen Wochenende in Langensteinbach, wo sie mit Blick auf ihre Leistungen aus der Qualifikation allesamt Chancen auf eine Medaille hatten.

Am ersten Tag war die LG in der Altersklasse U16 sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungs im kleinen Durchgang in den Disziplinen 100 m, Weitsprung, Kugelstoßen und 4x100 m am Start. Bei den Mädchen sammelte Sophie Knapp als Beste über die 100 m (13,22 sek) und im Weitsprung (4,76 m) viele Punkte, ebenso Greta Ziegler als 3. im Weitsprung und 6. im Sprint. Im Gesamtklassement wurde das Team, zu welchem außerdem noch Hannah Gieser, Kathrin Krämer, Maike Deckert, Lea Hoffmann, Sandra Keller und Emma Volandt gehörten, Dritter und erkämpfte sich somit die Bronzemedaille. Auch bei den gleichaltrigen Jungen war jeder Athlet des Teams in seiner Disziplin ein wichtiger Punktelieferant, wobei besonders die Staffel in der Besetzung Marius Bach, Kim-Lukas Koloska, Marcel Jahn und Felix Abbe mit der drittschnellsten Zeit (50,48 sek) glänzen konnte. Gemeinsam mit Paul Wagner und Jonathan Helminger landeten sie schließlich auf dem 6. Rang von insgesamt acht Mannschaften.

Am Sonntag sollten gar vier Teams der LG Kurpfalz beim badischen Kräftemessen dabei sein. Den Überraschungssieg des Tages landeten dabei die Mädchen der Altersklasse U14. Da aufgrund des Unwetters der Hochsprung abgesagt werden musste, welcher die stärkste Disziplin der Konkurrentinnen aus Karlsruhe gewesen wäre, setzten sich die Mädchen der LG Kurpfalz mit einem Hauch von 6 Punkten Vorsprung an die Spitze des Feldes und gewannen den Titel. Sarah Meiser überzeugte dabei gleich dreimal, indem sie im Sprint und über die Hürden jeweils Zweitschnellste und zudem Beste über die 800 m war. Auch die beiden dritten Plätze über die 800 m und Hürden von Katharina Ecker und Tatjana Hoffmann sowie der Doppelsieg im Ball von Katharina und Tabea Hoffmann waren im Kampf um den Sieg von enormer Bedeutsamkeit. Als schließlich noch die Staffel in der Besetzung Tatjana und Tabea Hoffmann, Anna Berner und Maren Rohrer als erstes ins Ziel kamen, war die Meisterschaft für sie und Pauline Nagel, Finja Hoock, Pauline Junker sowie Charlotte Trapp gesichert.

Ihre männlichen Trainingskollegen hatten an diesem Tag leider nicht ganz so viel Glück. Trotz toller Leistungen von Georgi Hristov, Yannick Schaub, David Waeldin, Moritz Braun und Béla Keitel konnten sie die aufgrund ihrer Leistungen aus dem Vorkampf erhoffte Podestplatzierung leider nicht erreichen. Trotzdem kämpften sie in jeder Disziplin um die wichtigen Punkte und belegten am Ende den 5. Platz. Die Mädchen der U12 hingegen fanden sich zum Schluss ganz oben auf dem Siegertreppchen wieder und auch hier war es erneut denkbar knapp; nur 9 Punkte Vorsprung hatten sie auf Rang zwei. Im Sprint über die 50 m und im Weitsprung sorgte Lara Scheel als Gesamtbeste für einen Punkteregen, ebenso Hanna Brenner als Zweite über die 800 m. Und auch Angelina Georg, Lucie Fürle, Emily Steeg, Sophie Borlinghaus, Romy Engelhorn, Maya Henrich und Emelie Braun verstärkten das Team mit vollem Einsatz, welcher schlussendlich mit der Goldmedaille belohnt wurde. Abgerundet wurde dieses erfolgreiche Wochenende vom 3. Platz der männlichen Jugend U12. Leander Georg sammelte hierbei besonders aufgrund einer schnellen Zeit über die 800 m die meisten Punkte und gewann schließlich gemeinsam mit Marinus Haug, Linus Tornow, Jonas Luther, Ayk Nikolay, Karsten Krein, Lars Gollnick, Hendrick Schaub, Tom Hopp und Julian Kudlek die Bronzemedaille.

Maike Braun

Die siegreichen Mädels der U12
Badischer Meister 2018: Die U14 Mädchen
Badischer Meister 2018: Die Mädchen der U12 (oben) und U14 (unten)

Während viele Jugendlichen ihre Sommerferien im Urlaub oder im Schwimmbad mit ihren Freunden verbringen, gibt es auch einige wenige Ausnahmen, deren freie Zeit nicht aus Entspannung und Erholung besteht, sondern aus Konzentration und Fokussierung auf den wichtigsten Wettkampf des Jahres. Einer von ihnen ist der Oftersheimer Leichtathlet Kim-Lukas Koloska. Für den 15-Jährigen standen am Wochenende des 18./19. August über die 300 m Hürden seine ersten Deutschen Meisterschaften der Schüler statt, für welche er sich gerade in den letzten Wochen nochmals intensiv vorbereitet hatte.

Dass sich die Entbehrungen und das harte Training schließlich ausgezahlt hatten, wurde bereits im Vorlauf deutlich. In einer neuen persönlichen Bestzeit von sensationellen 42,56 sek lief er sich vor allem dank eines starken Endspurts in das Finale am Folgetag und hatte damit bereits sein großes Ziel erreicht. Für diesen tollen Erfolg nahmen Kim-Lukas und sein Trainer Torben Herrmann gerne in Kauf, dass sie ihren Urlaub nach dem unerwarteten, jedoch dafür umso erfreulicheren Finaleinzug jeweils um einen Tag nach hinten schieben mussten.

Im Endlauf konnte Kim-Lukas schließlich mit dem Vorsatz an den Start gehen: Ich habe es ins Finale geschafft; alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Also Vollgas! Und das tat er auch. Auf Bahn eins laufend hatte er seine Konkurrenten stets im Blick und konnte sich immer weiter an sie heranlaufen und auf den letzten Metern erneut seine große Stärke, seine Tempohärte, ausspielen. In einer fast identischen Zeit wie am Tag zuvor, nämlich in 42,67 sek, überquerte Kim-Lukas schließlich als Sechster die Ziellinie und lag somit nur 0,05 sek hinter dem 5. Platz zurück.

Maike Braun

Kim-Lukas bei seiner Siegerehrung (Zweiter von rechts)