Bevor in den kommenden Wochen die Hallenmeisterschaften der Leichtathleten von badischer bis auf nationaler Ebene ausgetragen werden, bot die MTG Mannheim den Athleten bei einem Sportfest die Möglichkeit, einen ersten Formtest zu bestreiten.

Diesen nutzte auch die Weitspringerin Malaika Mihambo. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte sie sich bei einem Unfall zuhause ein Knochenödem im Sprungfuß zugezogen, dessen langwierige Heilung praktisch die gesamte Saison 2017 zunichte machte. Daher stand der Wettkampf in Mannheim ganz im Zeichen des Auftaktes in die Hallensaison, in der die Olympiavierte an ihre alte Stärke anknüpfen wollte. Dass diesen Winter auf jeden Fall mit Malaika zu rechnen sein wird, bewies die 23-Jährige Oftersheimerin dann eindrucksvoll. Mit eine stabilen Serie um 6,50 Meter, wobei ihr weitester Sprung mit 6,54 Metern vermessen wurde, meldete sie sich im Wettkampfgeschehen zurück.

Bereits nächsten Sonntag wartet dann eine größere Herausforderung: beim Indoor-Meeting in Dortmund geht es gegen die versammelte deutsche Elite. Weitere Stationen sollen dann das Indoor-Meeting in Karlsruhe sowie in Düsseldorf sein, bevor es am 18. Februar zu den deutschen Meisterschaften geht. Sollte Malaika bis dahin die Norm (6,76 m) erreicht haben, wäre der Start bei der Hallenweltmeisterschaft in Birmingham (1.3. – 4.03.) der Abschluss der Hallensaison.

Auf der Laufbahn in Mannheim traten aber auch die schnellen Nachwuchsläufer und -sprinter der LG Kurpfalz an die Startlinie. Über die 60m Hürden bewies Anne Braun, dass die höheren Hürden in der für sie neuen Altersklasse U20 kein Hindernis darstellen. Sie verbesserte ihre Zeit aus dem Vorjahr um zwei Zehntelsekunden auf starke 9,27 sek. Anschließend ging die 17-Jährige noch über die 200m Strecke an den Start, über welche die Uhr für sie im Ziel bei 26,95 sek stehen blieb. Über die selbe Distanz startete in der Altersklasse U18 Clara Wollschläger und rannte mit schnellen Beinen eine Zeit von 27,27 sek. Bei den Jungen stellte Luca Wagner über die 800m in seinem ersten Jahr in der U20 mit 2:03,64 min eine Bestzeit auf und zeigte mit dieser tollen Leistung klar, dass in diesem Jahr über die Mittelstrecke mit ihm zu rechnen sein wird. Sein Trainingskamerad David Adlon testete an diesem Sonntag seine Sprintfähigkeit über die 200m und absolvierte die Runde in der Halle in 24,91 sek.

Nach diesem gelungenen Auftakt gehen die Sportlerinnen und Sportler der LG Kurpfalz positiv gestimmt und selbstbewusst mit dem Ziel in die bevorstehende Wintersaison hinein, ihre heute erreichten Leistungen in den kommenden Wochen nochmals zu toppen.

Maike Braun

Die diesjährigen Kreis Waldlaufmeisterschaften wurden in St. Leon als Cross am See ausgetragen, eine überaus erfolgreiche Veranstaltung für die LG Kurpfalz. Die Sportlerinnen und Sportler sicherten sich 4 Einzeltitel, 12 Podestplätze in der Einzelwertung sowie acht Mannschaften auf dem Podest. Bei der männlichen Jugend U20 sicherte sich Yannik Dudda über 3000m den Sieg, die Plätze drei und vier belegten Hendrik Schillinger und Jakob Gieser, was für die Drei auch den Mannschaftstitel brachte. Noch besser machten es die Mädchen der Altersklasse U18. Dort gewann Jennifer Matern über 3000m knapp vor Anne Braun und Clara Wollschläger , die zeitgleich „Hand in Hand“ durchs Ziel kamen und sich Platz zwei sicherten. Das bedeutete auch gleichzeitig den Mannschaftssieg. Den Vizetitel bei den Frauen W50 schaffte Birgit Schillinger in einem couragierten Lauf über 3000m.

Auch die Schülerklasse war stark besetzt. Die jüngste Teilnehmerin war Lana Haffner ( W6) mit Platz zwei über 600m. Die siebenjährige Valerie Georg wurde ebenfalls Zweite und gewann den Mannschaftstitel zusammen mit Isabel Georg und Ellen Herzog. Bei den gleichaltrigen Jungs gewann Raphael Berlinghaus über 600m den Titel und zusammen mit Jame Carsten Scheel und Niklas Oswald Platz drei in der Mannschaft. Der neunjährige Ayk Nikolay holte sich ebenfalls den Titel. Jeweils Platz drei in der Mannschaft über 1200m sicherten sich die Jungs und Mädchen der Altersklasse 10/11 mit Leander Georg, Luca Weber und Fabian Spahr sowie Hanna Brenner, Angeline Georg und Katharina Ecker. Der zwölfjährige Bela Lazlo Keitel wurde über 1500m Dritter. Die Mädchen der Altersklasse W12/13 sicherten sich in der Mannschaft den Vizetitel mit Sarah Meiser ( 3.Platz Einzel), Sophie Knapp (2. Platz Einzel) und Tabea Hoffmann. Den letzten Manschaftstitel des Tages erliefen sich die Mädchen W15 mit Nina Hoffmann als Zweitplatzierte zusammen mit Sandra Keller und Hannah Gieser. Damit ist die Saison 2017 endgültig beendet und die Vorbereitung auf die nächste Saison kann beginnen.

( Christine Braun )

Mit 3 Athleten reiste die LG Kurpfalz zu den diesjährigen Süddeutschen Meisterschaften am 29./30. Juli in Ingolstadt. Bei der U23 war Yannick Sturm sowohl im Kugelstoßen, als auch Diskuswurf aktiv.  Zudem waren die beiden Nachwuchstalente Kim-Lukas Koloska (80m H. / Stabhochsprung) und Marcel Jahn (800m) in der Altersklasse M14 für diesen Saisonhöhepunkt qualifiziert.

Für Kim-Lukas begann der Wettkampf am Samstag um 12:15 Uhr mit den Vorläufen über 80m Hürden. In einem stark besetzen Teilnehmerfeld konnte sich Kim-Lukas mit neuer persönlicher Bestzeit von 12,34s für den Zwischenlauf qualifizieren. Im Zwischenlauf tuschierte Kim-Lukas eine der sieben 0,839 Meter hohen Hürden, sodass er leicht aus dem Rhythmus kam und somit nicht an seine Vorlaufzeit heran laufen konnte. Mit 12,74s und Platz 12 kann Kim-Lukas jedoch mehr als zufrieden sein.

Für die zweite Disziplin, dem Stabhochsprung, musste Kim-Lukas 5 Stunden warten bis er springen durfte. Mit zwei Sprints in den Beinen und der langen Wartezeit war die Luft leider ein wenig raus, sodass er am heutigen Tage mit übersprungenen 2,40m zufrieden sein konnte.

Yannick Sturm musste am Sonntag früh aufstehen, denn um 9:00 Uhr war der Beginn des Diskuswerfens der U23. Gleich im ersten Versuch folg der 2kg schwere Diskus auf 41,14m. Es folgten drei ungültige Versuche, sowie ein Wurf auf 39,41m und 37,71m. Mit seinem starken Auftakt von 41,14m erreichte Yannick Platz 4 und verpasste somit nur knapp die Medaillenränge.

Knapp dreieinhalb Stunden später tauschte Yannick den Diskus gegen die 7,26 kg schwere Kugel. Der Auftakt war zwar nicht ganz so herausragend wie zuvor beim Diskus, jedoch konnte er sich von Stoß zu Stoß steigern, sodass er im vierten Versuch neue persönliche Bestleistung stieß. Mit 14,50m erreichte Yannick einen sehr guten Platz 6.

Am Sonntag um 16:05 Uhr konnte Marcel Jahn zeigen, was er über seine Paradedisziplin, den 800m, drauf hat. Die fünfzehn Athleten wurden in zwei Zeitläufe eingeteilt, sodass Marcel auf Grund seiner Meldezeit im vermeidlich langsameren Lauf starten musste. Direkt nach dem Startschuss versuchte er dem Feld davon zu laufen, was Ihm nach 200m auch gelang. Er lief sich über die nächsten 450m einen kleinen Vorsprung heraus, musste sich aber am Ende knapp geschlagen geben. Marcel lief mit 2:13,08min persönliche Bestzeit und erreichte nach Zusammenführung der beiden Zeitläufe Platz 6 der Süddeutschen Meisterschaften.

Sven Stumpf

Ulm, Donaustadion. Der Sportplatz mit seiner bekannt schnellen Bahn und der großen Tribüne ringsherum bot die perfekte Bühne für den Saisonhöhepunkt der Jugendleichtathleten: Die Deutschen Meisterschaften der Altersklassen U18 und U20. Vom 4.-6. August traten hier die besten Nachwuchssportler aus der gesamten Republik gegeneinander an, um im Kampf um den Titel die eigene Höchstleistung abrufen zu können.

Die LG Kurpfalz war an diesem Wochenende durch 5 starke Oftersheimer Läufer und Werfer vertreten, die allesamt Ambitionen auf das Erreichen der Finals mitbrachten. In der weiblichen Jugend U20 ging Anna Schumacher über die 800m Vorläufe an den Start. Die Parole für dieses Rennen: Unter die drei Schnellsten ihres Laufs kommen und sich somit direkt für den Endlauf zu qualifizieren. Diese Aufgabe meisterte Anna souverän und belegte Platz 2 in ihrem Lauf nach einem taktisch klugen Rennen. Im Finale am Folgetag ging es von Beginn an deutlich schneller zur Sache, die beiden Titelfavoritinnen waren dem Hauptfeld schnell enteilt. Doch dahinter blieb es spannend. Anna war stets vorne mit dabei und sicherte sich in einem bärenstarken Finish auf den letzten 200m einen tollen 4. Platz in schnellen 2:12,51 min. Ebenfalls schnell unterwegs war der gleichaltrige Yannik Dudda über die 2000m Hindernis. Der Vizemeister von 2015 war in einem starken Teilnehmerfeld mit der sechstschnellsten Zeit gemeldet und hatte somit einen Platz unter den ersten fünf fest im Blick. Lange blieb die Gruppe der Hindernisläufer eng beisammen, in welcher sich Yannik immer an der Spitze des Feldes hielt und taktisch alles richtig machte. Im Schlussspurt konnte Yannik schließlich den Kampf um Platz 4 für sich entscheiden und schrammte mit einer Zeit von 5:58,72 min nur knapp an einer Medaille vorbei. Die größte Überraschung des Wochenendes brachte die 17-Jährige Anne Braun in der U18 über die 400m Hürden. Mit der 11. gemeldeten Zeit machte sie sich zwar Hoffnungen auf einen Finalplatz, hätte sich jedoch wohl kaum vorstellen können, mit einer Steigerung ihrer persönlichen Bestzeit um fast 2 Sekunden mit einem Vorlaufsieg eine Aussicht auf die Top 5 im Finale zu haben. Doch genau das gelang der Oftersheimerin. Im Finale am Tag darauf ging sie abermals mutig an und zog auf der Zielgeraden nochmals kräftig an, sodass sie im Ziel einen überragenden 5. Rang in 64,34 sek feiern konnte. Knapp am Finale vorbei schrammte der 18-Jährige Jonas Dudda über die 800m in der U20. Im letzten der drei Vorläufe fehlte im Ziel weniger als 1 Sekunde zu einem Platz unter den ersten 10 und somit verpasste er als 6. seines Laufes in 1:56,36 min nur um einen Hauch den Endlauf. Im Diskuswurf der U20 war Isabelle Sturm am Start. Leider konnte sie an diesem Tag nicht ganz an ihre persönliche Bestweite heranwerfen, sodass 39,32 m aus dem dritten Versuch leider nicht für einen Platz unter den Top 8 reichten. Im Endergebnis belegte sie den 12.Platz.

Wie bereits in den Jahren zuvor waren die Athleten der LG Kurpfalz zum Jahreshöhepunkt topfit und brachten herausragende Leistungen. Möglich ist dies durch viel Ehrgeiz, Disziplin und Trainingsfleiß. Doch einen sehr großen Beitrag liefern vor allem die Trainerinnen und Trainer der jungen Sportler. Ein riesen großen Dankeschön an Silke Hildenbrand, Lucas Epperlein, Torben Herrmann, Werner Heger und Jürgen Sturm für ihr Engagement und die tolle Unterstützung.

Maike Braun

Anne Braun bei den 400m Hürden

Seit 2010 war Malaika jedes Jahr mindestens in einem internationalen Wettkampf am Start. Dieses Jahr muss die Oftersheimerin erstmals wieder zuschauen, wenn das deutsche Team bei der WM in London um die Medaillen kämpft. Grund dafür war ein kleiner, aber gravierender Fehltritt im Januar: auf der heimischen Treppenstufe rutschte die WM-Sechste von 2015 ab. Dabei lädierte sie sich Sesambein des Großzehengrundgelenks so schwer, dass eine monatelange Pause und langwierige Rehamaßnahmen folgten. Erst Anfang Juni konnte man über das Reha-Training hinaus auf der Bahn trainieren. Allerdings mussten noch viele Alternativübungen durchgeführt werden, um bestimmte Belastungen zu vermeiden. Dass nach der kurzen Vorbereitung dann sogar ein Start bei der DM in Erfurt möglich war, überraschte. Mit Platz 3 und 6,62 Metern war das Ergebnis den Umständen entsprechend gut, für den DLV aber nicht ausreichend, um die 23jährige für die WM-Nominierung vorzuschlagen. Nachdem ein letzter Versuch in Bellinzona scheiterte, doch noch die Norm von 6,75 Metern zu springen, wurde die Saison in Absprache mit dem Trainer beendet.

Nach der Urlaubspause geht der Blick von Malaika Mihambo bald wieder nach vorne. Erstmals soll 2018 nach langer Abstinenz eine Hallensaison eingeplant werden. Das frühe Saisonende ermöglicht einen baldigen Start in das Wintertraining und damit einen gründlichen Aufbau bis zu den ersten Hallenwettkämpfen. Hier soll die unfreiwillig versäumte Wettkampfpraxis nachgeholt werden. Als Abschluss und Höhepunkt der Wintersaison ist die Hallen-WM in Birmingham anvisiert.

Nach der Hallensaison und einer kurzen Verschnaufpause wird der volle Focus auf dem Highlight des Jahres 2018 aus deutscher Sicht liegen: die EM in Berlin. Auch hier hat sich die Athletin der LG Kurpfalz einiges vorgenommen, ein Podestplatz soll es mindestens sein. "Das Jahr 2016 hat gezeigt, dass Malaika auf dem Weg in die absolute Weltspitze ist. Die ärgerliche Verletzung aus diesem Jahr hat den Abstand zur Konkurrenz zwar wieder etwas vergrößert. Aber wenn Malaika gesund bleibt, dürfte sie schnell den Anschluss herstellen können und auch in neue Dimensionen springen können." ist ihr Trainer optimistisch. Wir drücken die Daumen!