Während viele Jugendlichen ihre Sommerferien im Urlaub oder im Schwimmbad mit ihren Freunden verbringen, gibt es auch einige wenige Ausnahmen, deren freie Zeit nicht aus Entspannung und Erholung besteht, sondern aus Konzentration und Fokussierung auf den wichtigsten Wettkampf des Jahres. Einer von ihnen ist der Oftersheimer Leichtathlet Kim-Lukas Koloska. Für den 15-Jährigen standen am Wochenende des 18./19. August über die 300 m Hürden seine ersten Deutschen Meisterschaften der Schüler statt, für welche er sich gerade in den letzten Wochen nochmals intensiv vorbereitet hatte.

Dass sich die Entbehrungen und das harte Training schließlich ausgezahlt hatten, wurde bereits im Vorlauf deutlich. In einer neuen persönlichen Bestzeit von sensationellen 42,56 sek lief er sich vor allem dank eines starken Endspurts in das Finale am Folgetag und hatte damit bereits sein großes Ziel erreicht. Für diesen tollen Erfolg nahmen Kim-Lukas und sein Trainer Torben Herrmann gerne in Kauf, dass sie ihren Urlaub nach dem unerwarteten, jedoch dafür umso erfreulicheren Finaleinzug jeweils um einen Tag nach hinten schieben mussten.

Im Endlauf konnte Kim-Lukas schließlich mit dem Vorsatz an den Start gehen: Ich habe es ins Finale geschafft; alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Also Vollgas! Und das tat er auch. Auf Bahn eins laufend hatte er seine Konkurrenten stets im Blick und konnte sich immer weiter an sie heranlaufen und auf den letzten Metern erneut seine große Stärke, seine Tempohärte, ausspielen. In einer fast identischen Zeit wie am Tag zuvor, nämlich in 42,67 sek, überquerte Kim-Lukas schließlich als Sechster die Ziellinie und lag somit nur 0,05 sek hinter dem 5. Platz zurück.

Maike Braun

Kim-Lukas bei seiner Siegerehrung (Zweiter von rechts)

Bei der EM in Berlin war Malaika noch unzufrieden mit ihrer Weite. "Warum," fragten sich viele, "sie hat doch gewonnen?". Heute beim beim Diamond League-Meeting in Birmingham (Großbritannien) gab Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) die Antwort. Bereits in Berlin wusste sie, dass noch mehr in ihr steckt. In Birmingham im sechsten Durchgang des Weitsprungs flog die Europameisterin bei zulässigem Rückenwind (+ 1,5 m/sec) auf 6,96 Meter. Nur bei ihrer Bestleistung (6,99 m) in Weinheim zum Saisonstart dieses Sommers war die 24-Jährige Oftersheimerin schon einmal weiter gesprungen.

Gleichzeitig bedeutete die Weite neuen Meeting-Rekord. „Zu Beginn des Wettkampfes hatte ich noch mit den wechselnden Winden zu kämpfen“, erklärte die neue Meeting-Rekordlerin. „Am Ende ging es besser. Jetzt hoffe ich auch beim Diamond League-Finale in Brüssel noch einen guten Wettkampf abzuliefern.“

Die Europameisterin hatte die Führung in Birmingham schon im vierten Durchgang mit einem Sprung auf 6,82 Meter von Dreisprung-Olympiasiegerin Caterine Ibarguen (Kolumbien) übernommen, die mit 6,80 Metern Zweite wurde. Wie bei der EM landete die Britin Shara Proctor (6,70 m) auf Rang drei.

In Brüssel winkt neben einer ordentlichen Siegprämie auch eine Wild-Card für die WM. Vier Startplätze dort wäre für den DLV in der Disziplin Weitsprung ein Novum.

Bereits einen Tag nach Brüssel startet die deutsche Meisterin noch bei "Berlin fliegt" und möchte dann ebenfalls einen Tag später mit einem weiteren Start beim Berliner ISTAF ihre jetzt schon mit Abstand beste Saison beenden.

 

Sie kam, sprang und - packte ein: Auch wenn die deutschen Fans bei der Heim-EM in Berlin gerne mehr Sprünge von Malaika gesehen hätten, die Athletin des TSV Oftersheim beließ es bei einem kurzen Auftritt. Als einzige der 27 Weitspringerinnen schaffte sie es bereits im ersten Versuch, die geforderte Qualifikationsweite von 6,67 Metern zu überbieten. Allerdings verschenkte sie bei diesem kontrollierten Versuch ohne Brett mehr als 20 Zentimeter. Ihre 6,71 Meter bedeuteten am Ende Rang 3 in der Qualifikation.

Die Weltranglistenzweite wurde damit ihrer Rolle als Anwärterin auf einen Podiumsplatz gerecht. Keine schlechte Ausgangslage für das Finale der zwölf besten besten Weitspringerinnen Europas am Samstag, in dem Malaika gerne zum dritten Male in Folge in den Endkampf einziehen würde.

Es war ein Titel mit Ansage: bereits die ganze Saison glänzte Malaika mit sehr guten Weitsprungleistungen, gewann ihr erstes Diamond League Meeting und grüßte von Rang zwei der Weltrangliste mit 6,99 Metern.

Die Qualifikation war ein souveränder Auftritt: die Oftersheimerin benötigte als einzige Athletin nur einen Sprung für die geforderten 6,67 Meter, die den direkten Einzug in die Runde der letzten zwölf bedeutete.

Das Finale begann dann allerdings nicht nach Plan. Zwei Sprünge auf 6,36 Meter, in denen die Kurpfälzerin erstaunlicherweise Nerven zeigte. Überwältigt von der Atmosphäre im Stadion schlichen sich Fehler im Anlauf ein, die zu Absprüngen weit vor dem Brett führten.

Um in den Endkampf der letzten acht zu gelangen, waren nun 6,48 Meter nötig. Diese schwierige Situation meisterte Malaika wiede einmal sehr cool, zeigte einen guten Sprung und landete bei 6,75 Metern - Rang 1. An dieser Weite bissen sich die Gegnerinnen die Zähne aus und auch wenn es in den letzten Runden noch spannend wurde, kam keine mehr weiter.

Damit stand es fest: die neue Europameisterin im Weitsprung ist Malaika Mihambo.

Für gewöhnlich sind Leichtathleten ja dafür bekannt, dass sie bei Wind und Wetter auf dem Platz stehen und jeglichen Witterungsbedingungen trotzen. Doch bei Temperaturen nahe der 40 Grad, wie sie am vergangenen Wochenende herrschten, kommen selbst die robustesten Sportler an ihre Grenzen. Da allerdings die Bedingungen bei den Süddeutschen Meisterschaften der Altersklassen U23/U16 im wunderschönen Walldorfer Stadion für alle Teilnehmer gleich waren, waren meist diejenigen vorne mit dabei, die neben Talent auch die besten Tricks zur Abkühlung im Petto hatten.

Bei ihrem letzten Wettkampf am Ende einer erfolgreichen Saison durfte sich Anna Schumacher gleich über zwei Platzierungen auf dem Podium freuen. Über die 400m ging die 19-Jährige ihr Rennen mutig an und kam somit als erste auf die Zielgerade, musste jedoch auf den letzten 50m ihrem schnellen Anfangstempo Tribut zollen und spürte den Atem ihrer Mitstreiterinnen bereits im Nacken. Doch dank ihres Stehvermögens von der 800m Distanz, ihrer eigentlichen Paradedisziplin, kämpfte Anna sich ins Ziel und gewann in einer tollen Zeit von 56,77 sek die Goldmedaille. Am Tag darauf stand die gleiche Strecke nochmals für sie auf dem Plan, diesmal jedoch gemeinsam mit Anne Braun, Denise Grashof und Maike Braun in der 4x400m Staffel. Eine Medaille fest im Blick, liefen alle vier Mädels ein beherztes Rennen und zeigten, dass die LG Kurpfalz nicht nur schnelle Einzelathleten, sondern auch im Team einiges zu bieten hat. Zwar war die Staffel aus Mainz von Beginn an auf und davon, die übrigen Mannschaften lieferten sich jedoch ein enges Rennen mit ständigen Positionswechseln, welches die LG Kurpfalz am Ende für sich entscheiden konnte und in 3:58,79 min Silber gewann.

Auch Anne Braun war am Vortag bereits bei der U23 über die 400m Hürden hochgestartet und hatte somit ein Rennen in den Beinen. Eine Woche nach ihrem Saisonhöhepunkt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock, wo sie einen grandiosen 7. Platz im Finale erreichte, lief sie an diesem Tag auch bei den Älteren ganz vorne mit und wurde in 63,74 sek fünfte. Dieselbe Platzierung erreichte ebenfalls der 15-jährige Kim-Lukas Koloska über die 300m Hürden. Bei seiner Generalprobe vor den Deutschen Meisterschaften der U16 rannte er eine starke Zeit von 44,28 sek und zeigte eindrucksvoll, dass er bereit für seine ersten nationalen Titelkämpfe ist. Abgerundet wurde dieses tolle Ergebnis von Isabelle Sturm im Kugelstoßen sowie im Diskus. In beiden Disziplinen belegte die 19-Jährige den 8. Platz in der Endabrechnung und verabschiedete sich mit Weiten von jeweils 11,78m im Kugel und 39,67m im Diskus in die Sommerpause.

Für die meisten Athleten der LG Kurpfalz ging mit dieser Meisterschaft auch die Saison 2018 zu Ende. Es beginnt nun die von allen heißersehnte „Off-Season“, bevor Mitte September die Vorbereitungen für das neue Jahr starten werden. An dieser Stelle geht ein großer Dank an all die vielen Trainerinnen und Trainer, die das gesamte Jahr unzählige Stunden auf und neben dem Sportplatz damit verbringen, ihren Schützlingen optimale Trainingsbedingungen zu bieten und sie zu fördern. Im Namen aller Sportler daher: Ein großes Dankeschön an Euch ALLE und auf eine erfolgreiche neue Saison!

Maike Braun