Zwei Mal landeten unsere Athletinnen am Wochenende auf dem ungeliebten vierten Platz. Bei den Badischen Meisterschaften, die dieses Jahr in Konstanz ausgerichtet wurden, nahmen drei Teams der LG Kurpfalz die lange Anfahrt auf sich und kämpften um den Titel.

 Die Mannschaften der U14 und U16 verpassten nur knapp das Treppchen, die Mannschaft der jungen U12 musste sich mit dem siebten Platz zufrieden geben. Schon am Samstag gingen die älteren Mädchen an den Start. Bei einem vom Regen geprägtem Wettkampftag fehlten am Ende nur 145 Punkte zu Rang drei. Am meisten Punkte brachten hier Lara Scheel und Emelie Braun (beide SV Rohrhof) über 100 Meter, Angelina Georg (TV Schwetzingen) und Lucie Fürle (TSV Oftersheim) über 800 Meter und Sarah Becker (SV Rohrhof) beim Hürdensprint ein. 

Der Tag danach wurde mit dem Sprint der U14 eingeläutet. In 11,02 Sekunden stürmte Valerie Georg (TV Schwetzingen) ins Ziel und sicherte der Mannschaft somit die ersten Punkte des Tages. Etliche Punkte kamen im darauffolgenden Weitwurf von Johanna Breyer (TV Schwetzingen) , und Hochsprung, bei dem Lina Speckis (TV Schwetzingen) 1,48 Meter übersprang, zusammen. Die Staffel bestehend aus Johanna Breyer, Cara Kemptner (TSG Ketsch), Hannah Alimov (TSV Oftersheim) und Alisa Rude (TV Schwetzingen) sicherte ebenfalls einige wichtige Punkte, nachdem sie das Staffelholz sicher über die Ziellinie gebracht hatte.

Zur gleichen Zeit fand auch der Wettkampf des sehr jungen Teams der U12 statt. Die acht hochmotivierten Mädels konnten samt Ende des Tages sogar noch einen Platz gutmachen. Sie sind als achter angereist und als siebter abgereist. Emilia Jäger, Nora Lebhardt (beide TSV Oftersheim) und Lea Keller (TSG Ketsch) starteten als ersten der Gruppe in den Wettkampf über die 50 Meter Strecke. Beim Hochsprung sorgten neben Martha Gebhardt (SV Rohrhof) auch Lotta Mühlinghaus (TSG Ketsch) und Emma Stadler (TSV Oftersheim) für einige Punkte. Lilli Tauchert (TSV Oftersheim) und Annika Volkmar (TV Schwetzingen) halfen dem Team im Weitsprung bzw. Weitwurf und bei der Staffel zu einem Endergebnis von 4106 Punkten.

Hannah Gieser

Was für ein Finale! Unter dem Jubel von über 50.000 Leichtathletik-Fans lieferte sich die Oftersheimer Weitspringerin Malaika Mihambo mit der Serbin Ivana Vuleta einen packenden Zweikampf um den Titel bei den Europameisterschaften in München.

Direkt im ersten Versuch setzte Vuleta mit einer persönlichen Saisonbestleistung von 7,06 Metern eine beeindruckende Weite in die Grube, während Malaika mit 6,71 Metern zunächst einen eher verhaltenen Start hinlegte. Doch wer die Oftersheimerin kennt, der wusste: da kann sie noch etwas draufpacken. Und das tats sie auch!

Bereits im nächsten Durchgang schraubte sie ihren Tagesbestwert auf starke 7,03 Meter nach oben und kam damit bis auf drei Zentimeter an die Serbin heran, die sich auch in den folgenden Sprüngen nicht mehr verbessern sollte. Würde Malaika diese Chance nutzen können?

Ihre folgenden Sprünge auf 6,86 Meter beziehungsweise 6,95 Meter waren zwar sehr weit, aber leider nicht weit genug, um sich auf den Goldrang nach vorne zu schieben. Nach einem ungültigen Versuch in Runde fünf ging es daher für die Athletin von der LG Kurpfalz im sechsten und letzten Sprung um alles oder nichts. Unter den phrenetischen Anfeuerungsrufen des Publikums sprintete Malaika noch einmal mit Vollspeed los, traf das Brett und segelte tatsächlich erneut in Richtung 7-Meter-Marke. 

In diesem Moment hielt das gesamte Olympiastadion den Atem an und starrte gebannt auf die Anzeigetafel. Wenige Sekunden später folgte die Auflösung: 6,99 Meter bedeuteten zwar erneut eine starke Weite, doch leider reichte es nicht, um sich doch noch an der Serbin vorbeizuschieben. 

„Vielleicht hat ein bisschen das Glück gefehlt,“ sagte die frisch gebackene Vize-Europameisterin nach ihrem Wettkampf im Interview, freute sich jedoch trotzdem über den Gewinn ihrer Silbermedaille bei den europäischen Titelkämpfen.

Komplettiert wurde das Podium von der Britin Jazmin Sawyers, die sich dank eines starken letzten Sprungs mit 6,80 Meter noch an der Ukrainerin Maryna Bekh-Romanchuk vorbei auf den Bronzerang schob.

MB

Sport schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten, hat jedoch leider auch seine Schattenseiten. Letztere musste Anne Braun am vergangenen Samstag selbst erfahren, als sie bei den Deutschen U23 Meisterschaften um einen Platz das Finale über 400 Meter Hürden verpasste. Doch den Kopf in den Sand stecken kam für die Athletin vom TSV Oftersheim nicht in Frage.

Bereits am Tag darauf trat sie daher bei den süddeutschen Meisterschaften in Ludwigshafen an und hatte mit der zweitschnellsten Meldezeit eine Medaille fest im Blick. Als ihre stärkste Konkurrentin schließlich bereits an der ersten Hürde strauchelte und aufgab wusste Braun: ich kann hier heute gewinnen! Und so mobilisierte die 22-Jährige auf der zweiten Rennhälfte nochmal all ihre Kräfte und sicherte sich dank eines beeindruckenden Endspurts in 62,86 Sekunden den Titel.

„Eingangs der Zielgeraden war ich gleichauf mit einer anderen Läuferin. Das hat mich nochmal extra angespornt, denn ich wollte diese Goldmedaille unbedingt,“ sagte Braun. „Dass es dann beim letzten Saisonrennen tatsächlich mit meinem ersten süddeutschen Meistertitel geklappt hat, macht mich glücklich.“

Die süddeutschen Meisterschaften waren jedoch nicht nur den Aktiven vorbehalten, sondern auch der Altersklasse U18. Hier war die LG Kurpfalz in zwei Disziplinen vertreten, wobei den Anfang die Staffel der weiblichen Jugend machte. In der Besetzung Charlotte Trapp, Maren Rohrer (beide TSV Oftersheim), Angelina Georg (TV Schwetzingen) und Sarah Meiser (TSV Oftersheim) kam das Quartett im ersten von zwei Läufen in starken 50,88 Sekunden als zweite ins Ziel, was in der Endabrechnung Platz sechs bedeutete.

Sarah Meiser ging zudem über die 400 Meter Hürden an den Start. „Unser Ziel war ein Platz unter den besten Acht,“ sagte ihr Trainer Torben Herrmann, da dieser eine Teilnahme bei der Siegerehrung bedeuten würde. Im ersten von insgesamt drei Läufen ging Meiser das Rennen zunächst etwas verhalten an, zündete dann jedoch auf den letzte 150 Metern nochmal den Turbo und sicherte sich somit in 66,66 Sekunden tatsächlich den anvisierten 8. Platz.

MB

Anne Braun und Sarah Meiser nach ihren Siegerehrungen

Bei den baden-württembergischen Meisterschaften Masters, die am 23./24. Juli in Weingarten ausgetragen wurde, hatte der LG Sprinter Manfred Köhn ein klares Ziel vor Augen: er wollte über die 400 Meter die Quali für die Deutschen Seniorenmeisterschaften schaffen, die für die Altersklasse M50 bei glatt 60 Sekunden liegt. In einem packenden Duell mit einem Athleten von der LG Filder konnte Köhn lange mithalten, musste sich am Ende jedoch knapp geschlagen geben. Doch das tat seiner Freude über die Silbermedaille, seine Zeit von 58,24 Sekunden und somit der geschaffte DM-Qualifikation keinen Abbruch – im Gegenteil.

„Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss,“ witzelte der Athlet vom TSV Oftersheim im Nachhinein. Anschließend fügte er noch hinzu: „Den Rest hebe ich mir für die Deutschen auf.“

Um noch ein bisschen Wettkampfhärte im Sprint zu sammeln war Köhn zusätzlich über die 100 und 200 Meter an den Start gegangen. Auf der kürzeren Distanz zimmerte er mit 12,96 Sekunden sogar eine neue persönliche Bestleistung auf die Bahn und schrammte lediglich um 4 Hundertstel am Bronzeplatz vorbei. Den Abschluss bildeten schließlich die 200 Meter. Auch hier sprintete Köhn zu einer schnellen Zeit (26,60 sek) und sicherte sich damit den 3. Platz. 

„Leider hatte ich beim 200er etwas zu viel Rückenwind, sodass die Zeit nicht für die Bestenliste zählt,“ sagte er. Sein Fazit viel jedoch trotzdem sehr positiv aus und das hatte vor allem einen Grund: „Die 400 Meter haben mir richtig Spaß gemacht.“ 

MB

Manfred Köhn (links) freut sich über die Silbermedialle und DM-Quali über die 400 Meter

Sie hat es wieder geschafft! In einem packenden Weitsprung-Finale konnte Malaika Mihambo ihren Titel bei der Leichtathletik-WM in Eugene /Oregon erfolgreich verteidigen. Doch die Oftersheimerin zeigte zunächst Nerven, da ihre ersten beiden Versuche ungültig waren und ein vorzeitiges Ausscheiden drohte. „Wie schon bei vergangenen großen Meisterschaften hat es Malaika richtig spannend gemacht. Ein Glück, dass ich es nicht vor Ort erlebt habe – das hätte bei mir zu einem Herzkasper geführt," sagte ihr Krafttrainer Werner Heger. 

Im dritten Durchgang ging es daher um alles oder nichts – doch Malaika behielt die Nerven und schob sich mit 6,98 Metern vorerst auf Rang zwei hinter der Nigerianerin Ese Brume (7,02m). Mit dem Wissen um drei weitere Sprünge trumpfte die 28-Jährige nun richtig auf und setzte sich mit 7,09 Metern im 4. Versuch an die Spitze der Konkurrenz. Da anschließend keine andere Athletin ihre Weite überbieten konnte, stand Malaikas Titelgewinn bereits vor ihrem letzten Sprung fest. Beflügelt von diesem großartigen Erfolg zauberte sie zum Abschluss mit 7,12 Metern sogar noch eine neue Saisonbestleistung in die Grube und unterstrich damit einmal mehr ihre Klasse.

Die Freude aller Vereinsmitglieder und Leichtathletikfans über diesen tollen Erfolg war anschließend riesengroß, wie Jakob Gieser (stellvertretender Abteilungsleiter LA) sagte: „Der erneute WM-Titel von Malaika macht uns beim TSV Oftersheim und der LG Kurpfalz sehr stolz. Die einzige deutsche Goldmedaille bei der WM ist wirklich etwas Besonderes. Wir freuen uns sehr mit ihr und gratulieren herzlich.“

MB

(Bild: Markus Lauff)