30 Grad, blauer Himmel und eine schnelle Bahn – unter diesen optimalen Bedingungen gingen am vergangenen Wochenende die Leichtathleten der LG Kurpfalz bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften der Aktiven und U20 in Mannheim auf Titeljagd.

Besonders erfolgreich waren an diesen Wettkampftagen die Läufer unterwegs. Die beiden 18-Jährigen Anna Schumacher und Jonas Dudda gingen am Samstag jeweils in der Altersklasse U20 über die 800 Meter an den Start. Sowohl Annas Rennen bei den Mädchen als auch das von Jonas in der männlichen Jugend waren von taktischem Charakter geprägt. Keiner der Teilnehmer wollte so recht die Tempoarbeit übernehmen, sodass sich schnell abzeichnete, dass sich der Kampf um den Titel im Zielspurt austragen würde. Dieser Rennverlauf spielte den beiden Oftersheimer Athleten in die Karten. Anna zog auf den letzten 200 Metern das Tempo enorm an und kam souverän als Erste in einer Zeit von 2:15,75 min ins Ziel. Auch Jonas versuchte in seinem Lauf die Konkurrenz auf dem letzten Viertel abzuschütteln, jedoch kam auf der Zielgeraden nochmals ein Gegner gefährlich auf. Doch Jonas hielt dagegen und sicherte sich in 1:55,58 min den Titel. 1 Runde weniger, dafür mit Hürden in der Bahn, hatte die 17-Jährige Anne Braun vor sich. In Anbetracht der Tatsache, dass sie eigentlich noch der Altersklasse U18 angehört, ist der 2. Platz und somit der Vizetitel in der Endabrechnung umso beeindruckender. Hinzu kommt, dass Anne mit ihrer Zeit von 64,65 Sekunden neben einer neuen persönlichen Bestleistung auch die Qualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften schaffte. Ihre zwei Jahre ältere Schwester Maike ging über die 400 Meter flach an den Start. Eine gute Schlussphase in ihrem Rennen verhalfen der 19-Jährigen zum Laufsieg in einer Zeit von 59,94 Sekunden, was im Gesamtergebnis Rang 6 bedeutete. Ein super Rennen lief auch der Hindernisläufer Yannik Dudda über die 1500 Meter Strecke. Lange blieb nahezu das gesamte Teilnehmerfeld eng beisammen, sodass auf den letzten 1,5 Runden die Post abging. Doch genau darin liegt die Stärke des 18-Jährigen, sodass er am Ende in einem Kopf an Kopf Finish als Dritter ins Ziel kam und somit Bronze gewann (4:10,25 min). Die längste Distanz hatte Maybritt Schillinger bei den Frauen über die 3000 Meter zurückzulegen. Trotz der warmen Temperaturen lief die Studentin ein hohes Tempo und wurde mit einer tollen Zeit von 10:49,49 Minuten und dem 4. Platz belohnt.

Spannend war es am Samstag vor allem für die Olympiateilnehmerin im Weitsprung, Malaika Mihambo. Nach mehreren Monaten Verletzungspause stieg sie wieder ins Wettkampfgeschehen ein und testete an, was ihr Fuß bereits an Belastung standhalten kann. Tatsächlich gelang ihr eine tolle Serie von mehreren Sprüngen jenseits der 6,30 Meter, wobei ihr letzter Versuch mit 6,38 Metern der Weiteste war. Dass sie mit dieser Leistung die Silbermedaille gewann, ist ein Zusatz zu dem Erfolg, dass die Oftersheimerin nun weiß: Es klappt, der Fuß hält, nächste Station: Deutsche Meisterschaften in Erfurt! Dort wird sich in 2 Wochen zeigen, ob sich Malaika noch das ersehnte Ticket für die WM in London erkämpfen kann. Auch im Wurfbereich war die LG gewohnt stark vertreten. Isabelle Sturm zeigte sowohl im Kugelstoßen als auch im Diskuswurf, wie viel Power in ihrem Arm steckt und gewann im Diskuswurf mit 40,57 Metern die Bronzemedaille. Im Kugel reichten 12,44 Meter knapp nicht für das Podium, hier belegte sie Rang 4. Ihr Bruder Yannick beeindruckte im Diskuswurf mit neuer persönlicher Bestleistung (42,33m), welche er in seinem letzten Versuch warf und sich somit über den 4. Platz freuen durfte. Auch im Kugelstoßen durfte er mit einer Weite von 14,09 Meter und Platz 6 zufrieden sein. Im Speerwerfen der Männer belegte Martin Gerstner mit 62,68 Metern aus dem dritten Versuch Platz 6. Leider war dieser Wettbewerb stark vom Wind beeinflusst, sodass ein Wurf in Richtung Bestleistung an diesem Tag leider ausblieb.

Den krönenden Abschluss dieses Wochenendes bildete die 4x400 Meter Staffel. Hier stellte die LG sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen jeweils ein Team aus Jugendläufern, sodass das Ziel vor dem Start lautete: Deutsche U20-Quali anpeilen. Tatsächlich kämpften die Mädchen in der Aufstellung Maike Braun, Jennifer Matern, Anne Braun und Anna Schumacher bis zum Schluss um eine Medaille mit und musste sich im Schlussspurt lediglich um einen Hauch von wenigen Zehntelsekunden auf Platz vier geschlagen geben. Die Zeit von 3:56,35 min jedoch war großartig und liegt deutlich unter der geforderten Norm. Auch die Jungen in der Besetzung Jonas Dudda, David Adlon, Luca Wagner und Yannik Dudda kämpften bis zum Schluss in der schnellen Männerkonkurrenz um die Quali und knackten diese ebenfalls erfolgreich mit einer Zeit von 3:30,71 min.

Maike Braun

Die Wettkampfsaison der Leichtathleten ist in vollem Gange, allerorten purzeln Normen und werden Bestleistungen aufgestellt, nur von der letztjährigen Olympiavierten und EM-Dritten im Weitsprung war bislang noch nichts zu hören. Grund dafür war eine im Januar zugezogene Verletzung, als Malaika zuhause von einer Treppenstufe abrutschte und sich an der Kante das Sesambein lädierte. Die von den Ärzten zunächst als harmlos eingestufte Verletzung entpuppte sich im weiteren Verlauf als so schwerwiegend, dass bei ungünstigem Ausgang sogar ein Ende der Sportkarriere im Raum stand.
Nach gutem Heilungsverlauf und monatelanger akribischer Arbeit am Comeback wird Malaika nun am kommenden Samstag bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften wieder in das Wettkampfgeschehen einsteigen. Nach 293 Tagen ohne Wettkampf bekommt sie es gleich mit hochkarätiger Konkurrenz zu tun: mit Anna Bühler (PB: 6,55m) und Alina Rotaru (PB: 6,78m) sind zwei Springerinnen gemeldet, die auch schon international erfolgreich am Start waren.
Zwei Wochen später möchte die amtierende deutsche Meisterin im Weitsprung dann in Erfurt bei den deutschen Meisterschaften ihren Titel verteidigen. Die 23-jährige Oftersheimerin hat dabei die Qualifikation für die im August in London stattfindenden Weltmeisterschaften der Leichtathleten noch nicht ganz abgeschrieben. Die dafür geforderten 6,75 Meter haben bisher nur zwei deutsche Springerinnen angeboten, weitere drei haben aktuell 6,61 Meter erreicht (B-Norm 6,60m). Bei dieser Ausgangslage lautet Malaikas realistische Einschätzung: „Ich bin froh, dass ich wieder springen kann und immerhin die Chance habe, bei der DM teilzunehmen. Daran war vor wenigen Wochen noch nicht zu denken. Es wäre natürlich ein Traum, dort noch einen der drei Startplätze für die WM zu ergattern. Aber das wird nach dem Trainingsrückstand extrem schwierig und letztlich auch davon abhängen, wie gut die Bedingungen dann vor Ort sind.“
In Mannheim machen sich außerdem noch weitere Asse der LG Kurpfalz Hoffnung auf Podestplätze. So sind u.a. Anna Schumacher (800m), Jannik Dudda (1500m), Jonas Dudda (800m), Isabelle Sturm (Kugel, Diskus), Martin Gerstner Speer) und Maike Braun (400m) am Start. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ist eine 4x400m-Staffel gemeldet.

Anne Braun beim Weitsprung

 

Traditionell finden am verlängerten Pfingstwochenende vielerorts Sportfeste und Qualitage statt, bei denen die Leichtathleten die geforderten Normen für nationale Meisterschaften in Angriff nehmen.

Die Mehrkämpferinnen Anne Braun und Amelie Adlon vom TSV Oftersheim zog es daher nach Limburgerhof, wo sie beim ersten Siebenkampf der Saison oder, wie in Amelies Fall, generell, auf Punktejagd gingen. Anne startete in der Altersklasse U18 und lieferte an diesen beiden Tagen einen sensationellen Siebenkampf ab, sodass sie am Ende mit der Quali für die Deutschen Meisterschaften und Rang 2 im Gesamtergebnis zufrieden sein konnte. Besonders ragten hierbei der Hochsprung mit 1,60 Metern sowie eine neue persönliche Bestleistung über die 100 Meter (13,15 sek) hervor, sodass der 17-Jährigen am Ende eine Punktlandung mit Blick auf die geforderte Qualileistung der Deutschen Mehrkampfmeisterschaften (4500 Punkte) gelang: 4508 Punkte. Amelie belegte in der Altersklasse W15 mit 2869 Punkten den 12. Rang und kann im Vergleich zur Konkurrenz besonders stolz auf ihre Leistungen über die 800 Meter (2:38,46 min) und im Hochsprung (1,36m) sein.

Parallel starteten einige der älteren Athleten bei den Heidelberger Qualitagen. Bei den Männern stachen besonders die Werfer hervor. Yannick Sturm sicherte sich nach einer tollen Serie Platz 2 im Kugelstoßen mit der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften (14,39m) und bewies auch im Diskuswurf einen starken Arm, wo er mit 40,14 Meter Dritter wurde. Martin Gerstner belegte im Speerwerfen ebenfalls den 2. Rang und durfte sich über 6 tolle Würfe über 60 Meter freuen, wobei der Weiteste auf 63,75 Meter flog. Hinter ihm belegte Marcel Golf mit 49,21 Metern Platz 4. In der männlichen Jugend U20 ging David Adlon in gleich 5 Disziplinen an den Start. Am erfolgreichsten Schnitt er hierbei im Weitsprung (5,58m) und über die 100 Meter ab (12,15sek). In der gleichen Altersklasse, jedoch bei der weiblichen Jugend, gelang Isabelle Sturm im Kugelstoßen im letzten Versuch eine Steigerung ihres persönlichen Rekords auf 12,83 Meter, womit sie diesen Wettbewerb souverän gewann. Das gleiche gelang ihr im Diskus mit starken 41,26 Metern. Die gleichaltrige Maike Braun lief bei ihrem ersten 400 Meter Lauf seit langem auf Rang 3 in soliden 61,27 Sekunden. Vanessa Weiß sicherte sich im Kugelstoßen mit 9,96 Metern Rang vier, im Speer reichten der der U18 angehörenden Neulussheimerin 31,71 Meter für den 6. Platz. Die 15-Jährige Louisa Ludwig lief über die 300 Meter Hürden starke 49,58 Sekunden und kam somit nur einen Hauch nach der Siegerin ins Ziel. Ganz oben auf der Ergebnisliste war Maike Deckert (W14) im Kugelstoßen zu finden. 9,96 Meter reichten der jungen Werferin für einen klaren Sieg und versprachen, dass die 10 Meter Marke in dieser Saison auf jeden Fall noch zu knacken ist.

Maike Braun

Um sich mit den schnellsten Läufern der Leichtathletikszene in Süddeutschland messen zu können, zog es einige der Athleten der LG Kurpfalz am Samstag den 10. Juni zur Sparkassengala nach Regensburg.

Den Anfang machte Jennifer Matern über die 1500 Meter Hinderniss. In ihrem ersten Rennen mit Wassergraben rannte die Schülerin in der Altersklasse U18 eine tolle Zeit von 5:31,08 Minuten und belegte damit in ihrem Lauf Rang 4. Die 3 Jahre ältere Anna Schumacher wagte sich an diesem Tag an die 400 Meter heran, die für die 800 Meter Läuferin also eine Unterdistanz zur Verbesserung eines guten Stehvermögens bedeuteten. Dass sie dieses durchaus besitzt, zeigte sich nach Annas Zieleinlauf auf der Uhr: 57,18 Sekunden bedeuteten neue persönliche Bestleistung und gleichzeitig auch deutlich die Unterbietung der Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften. Diese Norm, allerdings über die doppelte Strecke, hat der gleichaltrige Jonas Dudda bereits in der Tasche. In einem riesigen Teilnehmerfeld behauptete sich der 18-Jährige von TSV Oftersheim gegen eine starke Konkurrenz und blieb am Ende lediglich um den Hauch einer Hundertstellsekunde über seiner persönlichen Bestleistung (1:55,32 Minuten), womit er Rang 9 belegte. Zuletzt ging Jonas Zwillingsbruder Yannik über die 3000 Meter Hindernis an den Start. Auch hier liefen die Männer sehr schnelle Zeiten, sodass Yannik als einer der jüngeren Läufer einen perfekten Ansporn hatte, bei ihnen mitzuhalten, um somit die Chance auf eine tolle Zeit zu nutzen. Im Ziel blieb die Uhr für ihn bei 9:38,27 Minuten stehen, was in der Altersklasse der Junioren U23 Platz 4 bedeutete.

Maike Braun

Wenn ganz Mannheim auf den Beinen ist, um bei deinem der größten Laufevents der Region dabei sein zu können, lockt dies Läufer aus ganz Deutschland und sogar der internationalen Leichtathletikszene an, um beim Dämmermarathon eine einzigartige Atmosphäre genießen zu können.

Mit am Start waren in diesem Jahr erneut zwei Mixed-Teams der LG Kurpfalz. Das Regelwerk besagt, dass die Mannschaft aus mindestens 3 Frauen bestehen muss und die Strecke unter insgesamt 6 Läufern aufgeteilt wird. Der Startläufer absolviert ab dem Startpunkt am Wasserturm 4,7km, anschließend folgen Streckenabschnitte von 10,4km, 5,9km, zweimal 6,5km und zuletzt 8,2km quer durch Mannheim und Ludwigshafen. Das Top-Team LG Kurpfalz 1 lief in der Besetzung Jennifer Matern, Yannik Dudda, Anna Schumacher, Maybritt Schillinger, Hendrik Schillinger und Jonas Dudda ganz vorne mit und benötigte für die 42,195km lange Marathondistanz lediglich 2:42,18 Stunden. Mit dieser Spitzenzeit belegten sie 7 Minuten hinter dem Team von engelhorn sport Rang 2. Etwas überraschend, dafür umso erfreulicher war es, dass die LG Kurpfalz 2 nur einen Platz hinter dem Top-Team auf dem Bronzerang landete. Maike Braun, Lucas Epperlein, Birgit Schillinger, Silke Hildenbrand, Jakob Gieser und Luca Wagner blieben mit 2:59,19 Stunden ebenfalls unter der 3 Stunden Grenze und komplettierten somit das starke Mannschaftsergebnis.

Der Dämmermarathon war auch in diesem Jahr für die Athleten in vielerlei Hinsicht ein tolles Ereignis. Neben den Anfeuerungsrufen tausender Begeisterter Zuschauer und dem Teamspirit war vor allem der gemeinsame Zieleinlauf bei Dunkelheit mit vielen Lichteffekten und Musik ein Highlight, sodass bereits unmittelbar nach dem Rennen klar war: Im nächsten Jahr ist die LG wieder am Start!

Maike BraunTeam LG Kurpfalz 1&2 nach der Siegerehrung