Vollkommen fokussiert und konzentriert stand Malaika Mihambo am vergangenen Samstag bei den Chrono Classics in Weinheim an ihrer Ablaufmarkierung und wartet darauf, dass der Kampfrichter die weiße Fahne hebt, um die Anlage für ihren dritten Versuch freizugeben. In den beiden Durchgängen zuvor wollte es noch nicht so recht klappen; der erste war ungültig, der zweite fast einen halben Meter vor dem Brett abgesprungen. Für die geforderte WM-Norm von 6,72m muss sie es also schaffen, eine bessere Abstimmung zwischen schnellem Anlauf, Absprung auf dem Brett und Flugphase zu finden sowie ihre hohe Endgeschwindigkeit in Weite umzusetzen. Als die Grube endlich freigegeben war, frischte gerade in diesem Moment der Wind von hinten gehörig auf. Malaikas Blick schweift hinüber zur Tribüne, wo ihr Trainer Ralf Weber sitzt und ihr signalisiert: „Gehe einen halben Fuß zurück“. Angefeuert vom rhythmischen Klatschen der zahlreichen Zuschauer und motivierender Musik läuft die 25-Jährige schließlich an und schafft es tatsächlich, mit einer Weite von 6,75m direkt in ihrem ersten Wettkampf der Sommer-Saison die Norm zu erfüllen. Beflügelt von dieser tollen Leistung setzt Malaika im darauffolgenden Durchgang sogar noch einen drauf und schraubt die Tagesbestweite auf 6,81m hoch. Nach diesem Erfolg beendete sie anschließend den Wettbewerb, damit sich ihr Körper erstmal langsam an die intensive Belastung gewöhnen kann. Der Tagessieg war ihr mit dieser hervorragenden Leistung ohnehin nicht mehr zu nehmen.

Torben Herrmann neuer baden-württembergischer Meister

Doch nicht nur Malaika war an diesem Wochenende erfolgreich unterwegs. Bei den Baden-Württembergischen Seniorenmeisterschaften in Helmsheim bewies das Trainergespann der Altersklassen U16 und U18, Torben Herrmann und Manfred Köhn, dass auch die Coaches der LG Kurpfalz zu Spitzenleistungen in der Lage sind. Torben gewann mit einer halben Sekunde Vorsprung die 100m der Altersklasse M35 in einer schnellen Zeit von 12,13 sek und Manfred schrammte als Vierter mit 12,99 sek über die gleiche Distanz bei der M45 nur knapp am Podium vorbei.

Maike Braun

Mehrere Wochen der Vorbereitung mit zahlreichen Sprints und Sprüngen sowie viele Stunden im Kraftraum liegen seit den Hallen-Europameisterschaften Anfang März hinter Malaika Mihambo. Nun soll am kommenden Samstag, den 25. Mai, bei den Chrono Classics im Weinheimer Sepp-Herberger-Stadion der erste Formtest stattfinden. Hierzu wird die 25-Jährige neben ihrer Paradedisziplin, dem Weitsprung (Beginn 14:35 Uhr), auch im Sprint über die 200m antreten. Die Erinnerungen an das Weinheimer Leichtathletik-Meeting im vergangenen Jahr lassen auf einen spannenden Wettbewerb hoffen: Hier sprang Malaika mit 6,99m ihre persönliche Bestweite, die bis heute Bestand hat.

Der Wettkampf am Wochenende wird der Auftakt einer langen Saison sein. Vor und nach den Deutschen Meisterschaften am 3./4. August im Berliner Olympiastadion steht das ein oder andere Diamond League Meeting auf dem Plan, bevor es schließlich bei der Leichtathletik Weltmeisterschaft in Doha vom 28. September bis 6. Oktober um den Titel „Beste Weitspringerin der Welt“ geht. Um beim Saisonhöhepunkt dabei sein zu können, muss Malaika zuvor die geforderte Norm von 6,72m erbringen und zu den besten drei Deutschen Springerinnen gehören. Ob es ihr gelingt, bereits am Samstag die Qualifikationsweite zu überbieten und das erste Ausrufezeichen in Richtung nationaler und internationaler Konkurrenz zu setzen, bleibt abzuwarten.

Maike Braun

Wer auf die Ergebnislisten der ersten offenen RNK Metropolmeisterschaften blickt, dem fällt auf, dass auf den Plätzen eins bis drei sehr häufig der Verein LG Kurpfalz auftaucht. Insgesamt 25 Medaillen sahnten die Athletinnen und Athleten ab und dominierten somit, besonders in der Jugend, das Teilnehmerfeld.

 Die fleißigste Medaillensammlerin der LG war an diesem Wochenende Sophie Knapp. In der W15 gewann sie sowohl über die 300m (44,62 sek) als auch über die 800m (2:39,47 min) Gold sowie zweimal Silber im Weitsprung (4,79m) und Kugelstoßen (8,82m). Die gleichaltrige Greta Ziegler belegte hinter Sophie über die 300m in 45,24 sek den 2. Platz, Lea Hoffmann wurde Dritte im Speer (22,62m). In der Altersklasse W14 war es Sarah Meiser, die wie der Blitz über die Bahn fegte und Gold über 300m (45,02 sek) und 300m Hürden (49,07 sek) holte, wobei über die 300m mit Anna Berner (47,57 sek) ebenfalls eine Silbermedaille an die LG Kurpfalz ging. Im Kugelstoßen überzeugte Pauline Nagel mit Talent und einem starken Arm, indem sie sich mit tollen 7,71m vor Tatjana Hoffmann (7,41m) und Eva Heimburger (6,58m) den Meistertitel sicherte. Eva gewann zudem Silber im Speerwurf (16,62m) und die Zwillinge Tabea und Tatjana Hoffmann überzeugten sowohl über die 800m als auch bei den 80m Hürden mit schnellen Beinen und guter Technik. Des Weiteren wurde Smilla von Duhn im Weitsprung Vierte mit 4,15m. In der W13 und W12 kamen durch tolle Leistungen von Maren Rohrer (10,65 sek) und Hanna Brenner (11,77 sek) über die 60m Hürden noch zwei weitere Bronzemedaillen hinzu und auch die 4x100m Staffel der weiblichen Jugend U16 lief sich in der Besetzung Tabea Hoffmann, Sarah Meiser, Smilla von Duhn und Tatjana Hoffmann ebenfalls auf den 3. Rang (53,78 sek).

Auch in den älteren Jahrgängen waren die Erfolge reich gesät. Anne Braun gewann in der weiblichen Jugend U20 souverän die Goldmedaille über die 400m (59,87 sek), gefolgt von Vanessa Weiß auf dem Bronzerang. Im Speerwurf tauschten die beiden anschließend ihre Positionen, als Vanessa mit 29,78m Zweite wurde und Anne auf dem 3. Platz landete. Ebenfalls über die 400m-Distanz gewannen Finn Zimmermann (54,08 sek) bei der U20, Carina Meiser (67,23 sek)  in der U18 der weiblichen Jugend und Kim-Lukas Koloska (56,98 sek) in der männlichen Altersklasse U18  jeweils die Silbermedaille. Zu guter Letzt stellte sich heraus, dass der Name „Paul“ an diesem Wochenende offensichtlich mit Erfolg verknüpft war. Sowohl Paul Niklas über die 100m (Gold in 11,61 sek) und 200m (Silber in 24,01 sek) als auch Paul Wagner über die 800m (Gold in 2:18,05 sek) standen ganz oben auf dem Treppchen und unterstrichen mit ihren Leistungen eindrucksvoll ihre ansteigende Form.

Maike Braun

Schon immer war die LG Kurpfalz bei Mannschaftswettbewerben vorne mit dabei. Gerade im Bereich der weiblichen Jugend gibt es in Baden kaum ein Team, das so breit aufgestellt ist wie sie. Trotz alldem ist ein Titelgewinn bei weitem kein Selbstläufer, sondern bedarf jedes Jahr aufs neue einer intensiven Vorbereitung sowie Athletinnen, die Topleistungen abrufen können. Mit dem Sieg aus dem Vorjahr im Gepäck reiste die Mannschaft der weiblichen Jugend U18 somit am vergangenen Samstag zu den Badischen Mannschaftsmeisterschaften nach Kirchzarten an, um die „Mission Titelverteidigung“ anzugehen.

Ihr Ziel fest im Blick legten die Mädchen gleich in der ersten Disziplin ordentlich los. Maike Deckert stieß die Kugel auf die Tagesbestweite von 10,35 m und steuerte ebenso wie Hannah Gieser wichtige Punkte dazu bei, um von Beginn an im Kampf um die Goldmedaille mitzumischen. Doch auch die Konkurrenz aus Konstanz hatte starke Kugelstoßerinnen in ihren Reihen, sodass beide Teams gleichauf ihre jeweils besten Sprinterinnen an den 100 m Start schickten. Hier demonstrierten Louisa Ludwig (13,34 sek) und Greta Ziegler (13,43 sek) eindrucksvoll ihre Schnelligkeit und verwiesen die anderen Starterinnen mit weitem Abstand auf ihre Plätze. Im anschließenden Weitsprung gelang ihnen ähnliches; Sophie Knapp lag mit 4,94 m um einen Hauch von drei Zentimetern vor Louisa. „Das war für beide eine neue persönliche Bestleistung“, sagte ihre Betreuerin Christine Braun und lobte den großen Einsatz der Mädels. Über die 800 m war die Angelegenheit jedoch nicht ganz so klar wie in den Disziplinen zuvor. Als eigentliche Langsprint-Spezialistin konnte Louisa zwar dank eines großartigen Finishs die schnellste Zeit der Konkurrenz für sich verbuchen (2:32,88 min), lag damit jedoch nur knapp eine Sekunde vor den beiden Läuferinnen aus Konstanz. Aufgrund der ebenfalls tollen Leistung von Carina Meiser über diese Distanz (2:39,88 min) verlor die LG Kurpfalz jedoch kaum Punkte, sodass sie sich für die letzten drei Disziplinen bereits ein gutes Punktepolster erarbeitet hatten. Aufgrund weiter Würfe im Speer durch Maike (28,84 m), Sophie (24,54 m) und Lea Hoffmann (21,72 m) sowie den besten Hochsprungleistungen des Tages von Sophie (1,44 m) und Carina (1,32 m) war dem Team vor dem abschließenden Staffelwettbewerb der Titel eigentlich nicht mehr zu nehmen. Doch wer sich mit Leichtathletik auskennt, der weiß um die Tücken und Risiken, die mit der 4x100m Staffel verbunden sind und wie leicht es passiert, dass eine Staffel aufgrund eines Wechselfehlers oder Stabverlusts disqualifiziert wird. An diesem Tag klappte jedoch alles wie am Schnürchen und die Mädels liefen in der Besetzung Greta, Sophie, Louisa und Maike nicht nur souverän mit fast sechs Sekunden Vorsprung den Sieg nach Hause, sondern knackten mit einer Zeit von 51,10 sek zudem die geforderte Qualifikationsleistung für die Süddeutschen Meisterschaften. In der Endabrechnung lag die LG Kurpfalz schließlich sage und schreibe 500 Punkte vor dem Team aus Konstanz und sicherte sich somit eindrucksvoll den Titel „Badischer Mannschaftsmeister 2019“.

Maike Braun

So sehen Sieger aus - Frauenpower der LG Kurpfalz

Regen, Wind und eine Außentemperatur von gerade einmal 6 Grad ist nicht gerade ein Wetter, bei welchem Leichtathleten am liebsten einen Wettkampf bestreiten. Leider waren dies jedoch genau jene Bedingungen, die bei der alljährlichen Bahneröffnung in Walldorf am vergangenen Wochenende vorherrschten. Dennoch traten an diesem Samstag  13 Athletinnen und Athleten der LG Kurpfalz an, um zum ersten Mal in dieser Sommersaison ein wenig Wettkampfluft zu schnuppern. Das Besondere an diesem Wettkampf war dabei, dass keine der angebotenen Distanzen mit den Disziplinen übereinstimmt, die bei Meisterschaften gelaufen werden.

Gerade einmal acht Tage nach Ende des Trainingslagers zauberten alle LG-ler schnelle Zeiten auf die Bahn. Bei den Männern gewann Torben Herrmann in 9,83 sek souverän die 80m, Joans Dudda gelang gleiches über die 300m (36,04 sek). In der männlichen Jugend U18 stellten zudem Paul Niklas und Kim-Lukas Koloska über die 80m und 150m ihre Sprintstärke unter Beweis, wobei Paul mit 9,66 sek über die 80m die zweitschnellste Zeit anbot. Kim-Lukas gelang es zudem, sich in seinem letzten Versuch im Speerwerfen auf eine starke Weite von 32,33m zu steigern. Ebenfalls in einer Wurfdisziplin, jedoch im Kugelstoßen, belegten Sebastian Satzke und Sven Stumpf die Ränge drei und vier bei den Männern.

Bei der weiblichen Jugend glänzte die Langhürdenspezialistin Anne Braun in der Altersklasse U20 mit einer Bestzeit (46,40 sek) und dem Sieg über die 300m Hürden, ihre Teamkollegin Vanessa Weiß tat ihr gleiches über die 300m flach nach (46,61 sek). Zuvor hatte Vanessa bereits im Speerwurf mit 30,98m ebenfalls den Tagessieg eingefahren. In der U18 überzeugte Emma Volandt mit einem zweiten und einem dritten Platz über die 80m (11,24 sek) und die 150m (21,22 sek); Cosima Danei, Kathrin Krämer und Maike Deckert traten ebenfalls über diese Distanzen an und der gleichaltrigen Carina Meiser gelang ebenfalls ein zweiter Platz über die 300m Distanz in 46,27 sek. Abschließend konnte Maike Deckert den Speerwurf und das Kugelstoßen der U18 für sich entscheiden, wobei sie im Speer zwei Plätze vor Lea Hoffmann auf Rang drei lag.

Maike Braun