„Die Goldmedaille und somit der Titel des badischen Meisters 2019 geht an die LG Kurpfalz.“ Dieser Satz war am vergangenen Samstag bei den Badischen Meisterschaften in Schutterwald mehr als einmal durch die Stadionlautsprecher zu hören. Insgesamt sechsmal standen Athletinnen und Athleten der LG Kurpfalz ganz oben auf dem Podium und heimsten den Meistertitel ein.

Am erfolgreichsten war an diesem Wochenende Anne Braun vom TSV Oftersheim. Die 19-Jährige ging in gleich drei verschiedenen Disziplinen an den Start und sicherte sich bei jeder von ihnen den 1. Platz. Zunächst gelang ihr ein souveräner Sieg über die 100m Hürden (15,43 sek), welchen sie kurz darauf auch über die vierfache Distanz bei den 400m Hürden (63,99 sek) wiederholte. Die gleichaltrige Vanessa Weiß wagte sich ebenfalls an die ganze Stadionrunde heran, jedoch ohne Hürden in der Bahn. In einer Zeit von 65,50 sek wurde sie im Gesamtergebnis Fünfte. Im anschließenden Speerwurf konnte sie sich sogar noch einen Rang weiter vorne platzieren, nachdem sie nach mehreren ungültigen Versuchen im letzten Durchgang den Speer auf ihre Tagesbestweite von 30,68m werfen konnte. Weitere vierte Plätze heimsten zudem Louisa Ludwig (U18) über die 200m mit 27,35 sek sowie Isabelle Sturm (Frauen) im Diskuswurf (39,97m) ein. Die Nachwuchs-Werferin Maike Deckert wurde in der Altersklasse U18 sowohl im Kugelstoßen (10,81m) als auch im Diskuswurf (26,37m) tolle Fünfte.; für die gleichaltrige Carina Meiser reichte eine Zeit von 64,66 sek über die 400m für den 7. Platz.

In der männlichen Jugend U20 ging Luca Wagner als als klarer Favorit über die 800m ins Rennen, hatte er doch die mit Abstand schnellste Saisonbestleistung stehen. Selbstbewusst lief er von Beginn an an der Spitze des Feldes und machte ordentlich Tempo, wofür er im Ziel mit dem Meistertitel sowie einer guten Zeit von 1:56,97 min belohnt wurde. Ebenfalls Badischer Meister darf sich nun auch der Speerwerfer Martin Erle nennen. Bei den Männern hielt er seine Konkurrenten deutlich auf Distanz und siegte mit einer Weite von exakt 64,00m. Im Dikuswurf der Männer gewann Yannick Sturm mit starken 40,20m die Silbermedaille und Kim-Lukas Koloska wurde in einer Zeit von 16,07 sek Vierter über die 110m Hürden der männlichen Jugend U18. Abgerundet wurde der erfolgreiche Tag durch den 6. Platz von Jakob Gieser über die 800m der U20 in 2:11,11 min.

Das Highlight des Tages waren die abschließenden 4x400m-Staffeln der Männer und Frauen. Beiden Teams der LG Kurpfalz gelang es, sich von den anderen Mannschaften klar abzusetzen und somit zwei weitere Goldmedaillen zu gewinnen. Die Frauen liefen in der Besetzung Anne Braun, Jennifer Matern, Louisa Ludwig und Denise Grashoff (4:11,27 min); bei den Männern waren Jonas und Yannik Dudda, Finn Zimmermann und Luca Wagner am Start (3:25,99 min).

Maike Braun

Voller Fokus auf die Hürden - Die Badische Meisterin Anne Braun

„Das ist sie gerade nicht wirklich gelaufen oder?“ Noch etwas ungläubig wandern die Blicke der Zuschauer bei der Mannheimer Juniorengala am vergangenen Sonntag zwischen der Zeitanzeige und Malaika Mihambo hin und her. Strahlend steht die Weitspringerin vom TSV Oftersheim im Zielbereich und kann es selbst kaum fassen: 11,21 sek über die 100m! Mit dieser Zeit ist sie nicht nur die aktuell zweitbeste Sprinterin Deutschlands, sondern hat auch die Norm für die Weltmeisterschaften in Doha unterboten. Doch wer in diesem Moment geglaubt hat, dass dieses Rennen ein Ausreißer war, wurde nur eine Stunde später eines besseren belehrt.

Im zweiten Lauf des Tages liegt Malaika nach dem Startschuss etwas zurück, ist ihre Startphase im Vergleich zu den professionellen Sprinterinnen doch etwas langsamer. Doch bereits nach der Hälfte der Distanz ist sie gleichauf mit der schnellen Britin Daryll Neita, die im ersten Lauf exakt dieselbe Zeit wie Malaika gelaufen ist. Was vor einer Stunde noch ein enges Kopf an Kopf Rennen war, sollte diesmal anders ausgehen: Die Oftersheimerin wurde immer schneller und zog auf den letzten 20 Metern an der Britin vorbei. Der Sieg ging somit deutlich an Malaika – aber mit was für einer Zeit: Sagenhafte 11,13 sek werden hinter ihrem Namen angezeigt! Leider hatte diesmal der Wind mit 2,4 m/s etwas zu stark von hinten gepustet, so dass ihr Lauf nicht für Bestenlisten oder Normerfüllungen gewertet werden darf.

Nichts desto trotz war Malaika nach ihren beiden tollen Rennen überglücklich. „Ich freue mich riesig über die Zeiten“, sagte sie und fügte hinzu, dass das nicht nur die Norm für die Weltmeisterschaften und die Deutschen sei, sondern auch eine deutliche Steigerung ihrer persönlichen Bestleistung. Ob sie am Ende bei der WM tatsächlich auch über die 100m an den Start gehen wird, bleibt abzuwarten. Denn so viel Spaß ihr der Ausflug über die Sprintdistanz auch gemacht hat, das Hauptaugenmerk wird weiterhin auf dem Weitsprung liegen.

Maike Braun

Bild: Marcel Merkel

 

Wie werden weltklasse Leichtathleten wie die Oftersheimer Weitspringerin Malaika Mihambo so erfolgreich? Die Basis hierzu wird bereits sehr früh im Schüler- und Jugendalter gelegt. Wer in diesem Alter ehrgeizig ist und zielstrebig trainiert, ebnet sich selbst den Weg zu einer tollen Sportlerkarriere. Genau solch ambitionierte Nachwuchsathletinnen waren am vergangenen Wochenende bei den Süddeutschen Meisterschaften in Koblenz für die LG Kurpfalz am Start, um auf die Jagd nach Bestzeiten und Top-Platzierungen zu gehen.

Bei den Schülerinnen der W14 war Sarah Meiser an beiden Tagen schnell unterwegs. Mit zwei persönlichen Bestzeiten sowohl über die 100m (13,18 sek) als auch im 80m Hürdensprint (12,91 sek) schaffte sie es, in beiden Disziplinen den Zwischenlauf zu erreichen und ihre nach oben zeigende Formkurve zu bestätigen. In der Altersklasse W15 gelang es Sophie Knapp und Greta Ziegler über die 300m-Distanz ebenfalls tolle Platzierungen zu erreichen. Sophie wurde in schnellen 42,25 sek Sechste und Greta landete mit 43,16 sek auf dem 8. Platz. Gemeinsam mit Eva Heimburger konnten Greta, Sophie und Sarah zudem in der 4x100m Staffel eine Generalprobe für die Anfang Juli stattfindenden Deutschen Schülermeisterschaften in Bremen absolvieren. Zwar konnten die Mädels an diesem Tag leider nicht ganz an ihre Bestzeit heranlaufen, wurden in einer guten Zeit von 51,02 sek dennoch Neunte in einem sehr starken Teilnehmerfeld. Abgerundet wurde das erfolgreiche Wochenende schließlich von Isabelle Sturm, die in der Altersklasse U23 im Diskuswurf antrat. Hier gelang es ihr, in ihrem vorletzten Versuch nochmals all ihre Kräfte zu bündeln und sich mit einer Weite von 41,59m den 5. Platz zu sichern.

Im Namen aller Mitglieder wünscht der TSV Oftersheim Sarah Meiser, Sophie Knapp, Greta Ziegler, Eva Heimburger und Smilla von Duhn viel Erfolg bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften. Die Daumen sind gedrückt – ihr schafft das Mädels!

Maike Braun

Sarah Meiser sprintet zur neuen Bestzeit

Sie sind für viele Sportler der Höhepunkt des Jahres; das Ziel, worauf sie sich über Monate hinweg vorbereiten: Die Deutschen Meisterschaften. Wer es hier hin schafft, bekommt die Gelegenheit, sich mit den Besten der Besten des Landes zu messen. Auch in dieser Saison haben bislang acht Athletinnen und Athleten der LG-Kurpfalz die geforderten Normen geknackt und sich für die nationalen Titelkämpfe zu qualifiziert.

Als erstes finden am 6./7. Juli die Deutschen Schülermeisterschaften der Altersklasse U16 in Bremen statt. Hier wird Sophie Knapp im Einzel über die 300m an den Start gehen sowie Teil der starken 4x100m-Staffel sein. Gemeinsam wird das Team um Greta Ziegler, Sophie Knapp, Eva Heimburger, Sarah Meiser und Smilla von Duhn (alle TSV Oftersheim), trainiert von Torben Herrmann und Manfred Köhn, eine neue Saison-Bestzeit in Angriff nehmen.

Knapp zwei Wochen später wird Torben Herrmann selbst bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in der Altersklasse M35 an den Start gehen. In seiner Paradedisziplin, dem 100m Lauf, strebt der Sprinter von der LG Kurpfalz eine Zeit unter 12 Sekunden an.

Am 27./28. Juli wird es schließlich auch für die Altersklassen U18/U20 ernst. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Ulmer Donaustadion vertreten Anne Braun und Luca Wagner (beide TSVO) aus der Oftersheimer Trainingsgruppe von Silke Hildenbrand und Lucas Epperlein die blau-weißen Farben der LG Kurpfalz. Anne wird über die 400m Hürden antreten und versuchen, sich zum dritten Mal in Folge in das Finale der besten Acht zu laufen. Ihr Vorlauf findet am Samstagnachmittag um 17:50 Uhr statt; das Finale wäre am Folgetag um 12:40 Uhr. Luca startet bei seinem ersten Einzelrennen auf nationaler Ebene über die 800m. Sein Vorlauf ist ebenfalls auf den Samstag um 14:10 Uhr angesetzt. Wer nicht live dabei sein kann und sich die Rennen dennoch gerne ansehen möchte, wird über die Website des Deutschen Leichtathletikverbandes zum Live-Stream weitergeleitet.

Mit etwas Glück kann die LG Kurpfalz sogar noch einen weiteren Starter ins Rennen schicken: Paul Niklas vom SV Rohrhof fehlen nur wenige hundertstell Sekunden für die Qualifikation über die 100m in der U18 (11,30 sek). Sein Trainer Sven Stumpf sagte dazu: „Wenn alles passt und er noch rechtzeitig einen schnellen Lauf erwischt, kann Paul das auf jeden Fall schaffen!“

Die größte Medaillenhoffnung ist schließlich Malaika Mihambo (TSVO). Bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven am 3./4. August im Berliner Olympiastadion gilt der Schützling von Ralf Weber als Top-Favoritin auf den Titel im Weitsprung der Frauen, ist sie doch momentan die Beste der Welt in dieser Disziplin. Zudem wird sie über die 100m antreten, um auch hier möglicherweise eine Medaille zu gewinnen. Im Rahmen der Großveranstaltung „DIE FINALS“ werden neben den Leichtathleten noch Sportlerinnen und Sportler aus neun anderen Disziplinen um Gold, Silber und Bronze bei ihren nationalen Meisterschaften kämpfen, weshalb ARD und ZDF alle Sportarten live im Fernsehen und online übertragen.

Maike Braun

v.l. Sarah Meiser, Smilla von Duhn, Eva Heimburger, Sophie Knapp, Greta Ziegler, Anne Braun und Luca Wagner
Malaika mit dem Siegerpokal (Bild: Marcel Merkel)

Als Malaika Mihambo am vergangenen Samstag um 22:30 Uhr mit einem kleinen Koffer in der Hand im VIP-Room des ZDF-Sportstudios in Mainz ankam, war ihr der anstrengende Tag doch ein wenig anzusehen. Als sie jedoch von ihrer Mutter, ihrem Trainer Ralf Weber und seinem Sohn Bennit sowie zwei Freundinnen empfangen wurde, strahlte die 25-Jährige über beide Ohren: „Danke, dass ihr alle da seid“, sagte sie lächelnd und wurde im selben Moment bereits in die Maske weitergeführt. Der schnelle Ablauf hinter den Kulissen des aktuellen Sportstudios knüpfte somit nahtlos an den bisherigen Tag der Weitspringerin vom TSV Oftersheim an. Noch am Mittag war sie beim beliebten Leichtathletik-Meeting „Berlin fliegt“ in der Hauptstadt gesprungen, welches erstmalig auf dem alten Flughafen Tempelhof ausgetragen wurde.

Die Besonderheit des Wettbewerbs liegt darin, dass vier Nationen (Deutschland, USA, Großbritannien und China) in vier verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten, wobei jedes Team nur einen Athleten pro Disziplin stellt. In diesem Jahr war dies Stabhochsprung der Männer, Weitsprung der Frauen sowie 100m der Männer und Frauen. Je nach Platzierung kann jeder Teilnehmer Punkte für sein Team sammeln, welche am Ende zusammengerechnet werden. Für Deutschland war Malaika Mihambo als derzeit beste Weitspringerin der Welt am Start; ihre TeamkollegInnen Lisa-Marie Kwayie (100m), Kevin Kranz (100m) und Torben Blech (Stabhoch) komplettierten das starke Quartett.

Nach zwei 7m-Sprüngen in den vergangenen beiden Wettkämpfen war Malaika hochmotiviert, erneut einen weiten Satz in die Grube zu setzen und ihre grandiose Serie fortzusetzen. Dies war angesichts der starken Konkurrenz aus den USA, die mehrfache Weltmeisterin Brittney Reese, durchaus vonnöten, wollte Malaika die volle Punktzahl für ihr Team abstauben. Direkt in ihrem ersten Versuch setzte sie mit 6,89m ein Ausrufezeichen in Richtung Reese, welche sich sichtlich schwerer mit den Bedingungen tat als Malaika. Trotz guter Versuche bis hin zu 6,68m vermochte es die U.S.-Amerikanerin nicht, die Deutsche von der führenden Position zu verstoßen und somit reichten Malaika die Weite aus dem ersten Durchgang aus, um den Tagessieg und acht Punkte für Deutschland einzufahren. Wie wichtig ihr Sieg war, zeigte sich im Endresultat: Um den Hauch von einem Punkt gewann das „Team Germany“ (24 Punkte) vor den Athletinnen und Athleten aus Großbritannien (23 Punkte) sowie den Teams aus den USA und China.

Nach diesem tollen Erfolg ging es für Malaika und ihren Co-Trainer Sören Eisenhofer direkt vom Wettkampf zum Flughafen, um von dort aus nach Mainz ins aktuelle Sportstudio zu reisen. Trotz später Stunde und einem anstrengenden Tag in den Beinen hatte Malaika sichtlich Spaß während ihres Auftritts und beantwortete auf ihre sympathische Art alle Fragen, die Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein ihr stellte. Zwar konnte sie beim abschließenden Torwandschießen leider keinen Treffer landen, doch vielleicht baut ihr Trainer Ralf Weber ja in der nächsten Saisonvorbereitung ein paar Technik-Einheiten mit dem Ball ein, so dass sie bei ihrem nächsten Auftritt alle Schüsse im Netz versenkt.

Maike Braun