Mit 3 Athleten reiste die LG Kurpfalz zu den diesjährigen Süddeutschen Meisterschaften am 29./30. Juli in Ingolstadt. Bei der U23 war Yannick Sturm sowohl im Kugelstoßen, als auch Diskuswurf aktiv.  Zudem waren die beiden Nachwuchstalente Kim-Lukas Koloska (80m H. / Stabhochsprung) und Marcel Jahn (800m) in der Altersklasse M14 für diesen Saisonhöhepunkt qualifiziert.

Für Kim-Lukas begann der Wettkampf am Samstag um 12:15 Uhr mit den Vorläufen über 80m Hürden. In einem stark besetzen Teilnehmerfeld konnte sich Kim-Lukas mit neuer persönlicher Bestzeit von 12,34s für den Zwischenlauf qualifizieren. Im Zwischenlauf tuschierte Kim-Lukas eine der sieben 0,839 Meter hohen Hürden, sodass er leicht aus dem Rhythmus kam und somit nicht an seine Vorlaufzeit heran laufen konnte. Mit 12,74s und Platz 12 kann Kim-Lukas jedoch mehr als zufrieden sein.

Für die zweite Disziplin, dem Stabhochsprung, musste Kim-Lukas 5 Stunden warten bis er springen durfte. Mit zwei Sprints in den Beinen und der langen Wartezeit war die Luft leider ein wenig raus, sodass er am heutigen Tage mit übersprungenen 2,40m zufrieden sein konnte.

Yannick Sturm musste am Sonntag früh aufstehen, denn um 9:00 Uhr war der Beginn des Diskuswerfens der U23. Gleich im ersten Versuch folg der 2kg schwere Diskus auf 41,14m. Es folgten drei ungültige Versuche, sowie ein Wurf auf 39,41m und 37,71m. Mit seinem starken Auftakt von 41,14m erreichte Yannick Platz 4 und verpasste somit nur knapp die Medaillenränge.

Knapp dreieinhalb Stunden später tauschte Yannick den Diskus gegen die 7,26 kg schwere Kugel. Der Auftakt war zwar nicht ganz so herausragend wie zuvor beim Diskus, jedoch konnte er sich von Stoß zu Stoß steigern, sodass er im vierten Versuch neue persönliche Bestleistung stieß. Mit 14,50m erreichte Yannick einen sehr guten Platz 6.

Am Sonntag um 16:05 Uhr konnte Marcel Jahn zeigen, was er über seine Paradedisziplin, den 800m, drauf hat. Die fünfzehn Athleten wurden in zwei Zeitläufe eingeteilt, sodass Marcel auf Grund seiner Meldezeit im vermeidlich langsameren Lauf starten musste. Direkt nach dem Startschuss versuchte er dem Feld davon zu laufen, was Ihm nach 200m auch gelang. Er lief sich über die nächsten 450m einen kleinen Vorsprung heraus, musste sich aber am Ende knapp geschlagen geben. Marcel lief mit 2:13,08min persönliche Bestzeit und erreichte nach Zusammenführung der beiden Zeitläufe Platz 6 der Süddeutschen Meisterschaften.

Sven Stumpf

Seit 2010 war Malaika jedes Jahr mindestens in einem internationalen Wettkampf am Start. Dieses Jahr muss die Oftersheimerin erstmals wieder zuschauen, wenn das deutsche Team bei der WM in London um die Medaillen kämpft. Grund dafür war ein kleiner, aber gravierender Fehltritt im Januar: auf der heimischen Treppenstufe rutschte die WM-Sechste von 2015 ab. Dabei lädierte sie sich Sesambein des Großzehengrundgelenks so schwer, dass eine monatelange Pause und langwierige Rehamaßnahmen folgten. Erst Anfang Juni konnte man über das Reha-Training hinaus auf der Bahn trainieren. Allerdings mussten noch viele Alternativübungen durchgeführt werden, um bestimmte Belastungen zu vermeiden. Dass nach der kurzen Vorbereitung dann sogar ein Start bei der DM in Erfurt möglich war, überraschte. Mit Platz 3 und 6,62 Metern war das Ergebnis den Umständen entsprechend gut, für den DLV aber nicht ausreichend, um die 23jährige für die WM-Nominierung vorzuschlagen. Nachdem ein letzter Versuch in Bellinzona scheiterte, doch noch die Norm von 6,75 Metern zu springen, wurde die Saison in Absprache mit dem Trainer beendet.

Nach der Urlaubspause geht der Blick von Malaika Mihambo bald wieder nach vorne. Erstmals soll 2018 nach langer Abstinenz eine Hallensaison eingeplant werden. Das frühe Saisonende ermöglicht einen baldigen Start in das Wintertraining und damit einen gründlichen Aufbau bis zu den ersten Hallenwettkämpfen. Hier soll die unfreiwillig versäumte Wettkampfpraxis nachgeholt werden. Als Abschluss und Höhepunkt der Wintersaison ist die Hallen-WM in Birmingham anvisiert.

Nach der Hallensaison und einer kurzen Verschnaufpause wird der volle Focus auf dem Highlight des Jahres 2018 aus deutscher Sicht liegen: die EM in Berlin. Auch hier hat sich die Athletin der LG Kurpfalz einiges vorgenommen, ein Podestplatz soll es mindestens sein. "Das Jahr 2016 hat gezeigt, dass Malaika auf dem Weg in die absolute Weltspitze ist. Die ärgerliche Verletzung aus diesem Jahr hat den Abstand zur Konkurrenz zwar wieder etwas vergrößert. Aber wenn Malaika gesund bleibt, dürfte sie schnell den Anschluss herstellen können und auch in neue Dimensionen springen können." ist ihr Trainer optimistisch. Wir drücken die Daumen!

Anne Braun in Topform

Bei den Badischen Meisterschaften der Aktiven, U20 und U18 am 15. Juli in Walldorf waren wie jedes Jahr zahlreiche Athleten der LG Kurpfalz am Start, um bei hervorragenden Bedingungen auf Medaillenjagd zu gehen.

Am erfolgreichsten verlief dieser Wettkampf für Anne Braun. Die 17-Jährige gewann sowohl über die 100m Hürden (14,64 sek) als auch 400m Hürden (64,43 sek) souverän in neuer persönlicher Bestzeit den Meistertitel und belegte zusätzlich den 4. Platz im Weitsprung mit 5,09 Metern. In dieser Disziplin ging auch die Olympiavierte Malaika Mihambo an den Start. Nach der Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende sprang sie an diesem Tag mit 6,31m zum Sieg. Auf der Laufbahn startete Clara Wollschläger in der Altersklasse U18 über die 100m und 200m. Beide Strecken meisterte die Sprinterin vom TSV Oftersheim mit Bravour und durfte sich im Ziel über einen tollen 5. Platz bei den 200m freuen (26,76 sek). Für die 3 Jahre ältere Maike Braun stand heute die doppelte Distanz auf dem Zeitplan. Nach einer Stadionrunde blieb die Uhr für sie im Ziel bei 59,77 Sekunden stehen, was Rang 4 in der Altersklasse U20 bedeutete. Jennifer Matern wagte sich gar an die 800m Strecke heran und lief beherzt mit wenig Schlaf aus der vergangenen Nacht zum Badischen Meistertitel in 2:23,35 Minuten. Dass die Mädels der LG nicht nur laufen, sondern auch werfen können, bewiesen Isabelle Sturm und Vanessa Weiß. Isabelle gewann in der Altersklasse U20 zweimal die Silbermedaille mit 12,11m im Kugelstoßen und 38,08m im Diskus. Vanessa ließ den Speer in der Konkurrenz der weiblichen Jugend U18 auf starke 32,36m fliegen und belegte mit dieser Leistung den 5. Platz.

In der männlichen Jugend zeigten die Läufer vom TSV Oftersheim ihr Können über die 800m. Der 18-Jährige Jonas Dudda lief sein Rennen von Beginn an mutig von vorne, musste sich jedoch leider im Zielsprint knapp geschlagen geben und belegte schließlich Platz 2 in 1:56,44 Minuten. Die zwei Jahre jüngeren Luca Wagner und Jakob Gieser erkämpften sich über dieselbe Strecke tolle Zeiten und Platzierungen. Luca gewann die Bronzemedaille in 2:06,74 Minuten, Jakob kam kurz nach ihm auf Rang 6 in 2:11,55 Minuten ins Ziel. Die Distanz von 1500m galt es bei diesen Meisterschaften für den Zwillingsbruder von Jonas, Yannik Dudda, zu bestreiten. Souverän kontrollierte er seinen Lauf und gewann deutlich in 4:06,53 Minuten. Im Wurfbereich war es Yannick Sturm, der mit einer tollen Leistung im Kugelstoßen glänzte. 14,38m bedeuteten den Gewinn der Bronzemedaille bei den Männern, im Diskus wurde er Vierter mit 41,01m. Dieses tolle Ergebnis rundete David Adlon im Speerwurf ab, wo er in der Altersklasse U20 mit 44,02m Platz 6 im Speerwurf belegte. Die abschließende 4x100m Staffel der weiblichen Jugend U20 in der Besetzung Clara Wollschläger, Anne Braun, Denise Grashoff und Maike Braun kam nach schnellem Beginn aufgrund eines Missgeschickes beim letzten Wechsel leider nicht ins Ziel, wird ihre Chance auf eine schnelle Zeit jedoch am kommenden Wochenende bei den Regiomeisterschaften erneut in Angriff nehmen.

Maike Braun

Anne Braun weit in Führung

Die neue Badische Vizemeisterin Sophie Knapp

Wer beim Saisonhöhepunkt 3 Bestleistungen abliefert, der gehört zurecht zur Spitze der Badischen Mehrkämpfer. Am vergangenen Samstag wurden in Kehl die Badischen Meisterschaften im Vierkampf der Altersklasse U14 in Kehl ausgetragen. In der W 13 war die Oftersheimerin Sophie Knapp am Start. Das Allround-Talent steigerte ihre persönlichen Rekorde im Weitsprung (4,90m), Ballwurf (40m) und über die 75m (10,52 sek) deutlich und lieferte auch im Hochsprung mit 1,40m eine starke Leistung ab. Im engen Gesamtergebnis erkämpfte sie sich somit die Silbermedaille und darf sich nun Vizemeisterin von Baden 2017 nennen.

Zeitgleich fanden im Württembergischen Flein die Regiomeisterschaften statt. In der weiblichen Jugend U20 gewann die 4x100m Staffel in der Besetzung Clara Wollschläger, Anne Braun, Denise Grashoff und Maike Braun in 51,88 Sekunden, wobei alle vier Mädchen zuvor bereits über die Sprintdistanzen am Start waren. Clara gewann in neuer persönlicher Bestzeit Silber über die 100m in 13,05 Sekunden, ebenso über die 200m. Die eine Altersklasse höher startenden Maike Braun wurde über die halbe Stadionrunde Dritte. Ebenfalls mit der Silbermedaille wurden die übersprungenen 1,52m von Anne Braun im Hochsprung der U18 belohnt. Im Wurfbereich gewann Vanessa Weiß im Kugelstoßen Silber (10,08m) sowie Bronze im Speerwurf (30,85m). Isabelle Sturm gelang in der Altersklasse U20 gar der Sprung ganz oben aufs Treppchen mit 38,20m im Diskuswurf. Im Kugelstoßen wurde sie mit 12,18m Zweite. Die beiden 15-Jährigen Louisa Ludwig und Amelie Adlon lieferten sich über die 300m Hürden bis zum Schluss ein enges Kopf an Kopf Rennen um Gold, welches Louisa im Ziel knapp für sich entschied. Die 1 Jahr jüngere Maike Deckert räumte bei der W14 sowohl im Diskus (24,03m) als auch im Kugelstoßen (9,27m) und Speerwerfen (26,72m) die Goldmedaille ab. Lara Hofmeister wurde zudem Dritte im Hochsprung mit übersprungenen 1,35m, ebenso Sandra Keller über die 800m (2:52,58min). Die am Vortag so erfolgreiche Sophie Knapp steigerte ihre Bestleistung im Weitsprung erneut auf starke 4,98m und gewann Silber in der W13. Gleiches gelang auch Lea Hoffmann im Diskus mit 17,60m, Bronze im Speer ging an Juliana Hoeger (25,78m). Auch die 12-Jährigen Mädels bewiesen schnelle Beine über die 800m. Sarah Meiser wurde in 2:48,02 Minuten Zweite, knapp vor Anna Berner in 2:49,38 Minuten.

Bei den Männern räumte Yannick Sturm im Wurfbereich ab. Gold im Kugelstoßen (14,21m) und Silber im Diskus (40,86m) lassen auf eine erfolgreiche Teilnahme bei den Süddeutschen Meisterschaften hoffen. In der U18 gewann Luca Wagner in schnellen 2:08,20 Minuten die 800m vor seinem Trainingspartner Jakob Gieser (2:11,68min). Der 14-Jährige Kim-Lukas Koloska sicherte sich mit Gold über die 80m Hürden (12,38 sek), Silber im Hochsprung (1,50m) und Bronze im Diskus (21,63m) sogar den kompletten Medaillensatz und rundet das starke Gesamtergebnis der LG Kurpfalz somit glanzvoll ab.

Maike Braun

Malaika Mihambo zurück an der Deutschen Spitze

Nach langen Monaten der Verletzung geknüpft an Pausen, Physiotherapie und vielen Arztbesuchen waren die Deutschen Meisterschaften in Erfurt für Malaika die letzte Gelegenheit, um sich im Kampf um eines der begehrten WM-Tickets in London mit ins Spiel zu bringen. Was war nach einer solch knappen Vorbereitung möglich?

Das Teilnehmerfeld im Weitsprung der Frauen war wie auch in den Jahren zuvor top besetzt, die beiden Springerinnen Claudia Salman-Rath und Alexandra Wester beispielsweise hatten die geforderte A-Norm für London bereits im Laufe der Saison erbracht. Für Malaika galt es also nun, sich wenn möglich mit einer Weite von mindestens 6,60 Metern (B-Norm) unter den ersten drei zu platzieren. Doch der erste Versuch von Malaika war leider ungültig und auch der zweite mit 6,33 Metern reichte zu diesem Zeitpunkt lediglich für einen Platz unter den besten 6. Im dritten Durchgang haute die Oftersheimerin schließlich einen weiten Satz raus: 6,62 Meter brachten sie bis auf den 3. Rang nach vorne. Gelingt es ihr, noch etwas auf diese tolle Weite draufzusetzen? Leider waren die 6,62 Meter an diesem Tag das Maximum, doch kann sich dieses Ergebnis auf jeden Fall sehen lassen. Malaika hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet und bewiesen, dass ihre Formkurve eindeutig nach oben zeigt. Ob sie nun das begehrte dritte Ticket für London bekommt, wird in den kommenden 2 Wochen entschieden werden. Und mit ihrer Leistung von Erfurt stehen ihre Chancen darauf keinesfalls schlecht.  Bis dahin heißt es nun abwarten, Daumen drücken und fleißig weiter trainieren, sodass es auch bei der Weltmeisterschaft heißt: Enjoy the flight!

Maike Braun